RATTUS

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Rattus cover

VERLAG : White Goblin Games / Huch & Friends

JAHR : 2010

SPIELER : 2-4

ALTER : ab 10 Jahren

DAUER : ca. 30 Min.

AUTOR : Åse & Henrik Berg

SPIELBESCHREIBUNG

Im 14. Jahrhundert bricht eine der größten Katastrophen über die Bevölkerung von weiten Teilen Europas herein. Die Pest bricht aus, und Millionen von Ratten bringen den „Schwarzen Tod“ für fast die Hälfte der Bevölkerung in Europa. Doch nicht alle Regionen sind gleich stark betroffen. Einigen Menschen gelingt es, sich gegen die Pest zu wehren und zu schützen. Unterstützt werden sie durch 6  Stände des Mittelalters (Landvolk, Bürgertum, Kirche, Rittertum, Zauberkunst und Königtum).

Rattus Plättchen 2Im Spiel Rattus schlüpfen wir in die Rolle der von der Pest bedrohten Bevölkerung Europas. Jeder Spieler versucht seine Bevölkerung so gut es geht vor dem Tod zu bewahren, indem er vor der Pest  flieht oder ihr todesmutig ins Auge blickt. Wichtig ist es, sich zum richtigen Zeitpunkt die Gunst der Stände zu sichern, den Tod bringenden Ratten geschickt auszuweichen und seine Bevölkerung zu retten.

Wem es gelingt, die meiste Bevölkerung gesund durch die Pest zu führen, gewinnt das Spiel.

Spielbeginn:

Rattus RatteDer Spielplan zeigt eine Landkarte von Europa mit unterschiedlichen Regionen. Im Spiel zu Zweit werden einige Regionen  nicht verwendet. Jeder Spieler erhält 20 Bevölkerungswürfel seiner Farbe. Es gibt 6 Ständekarten, die zunächst am Spielfeldrand liegen und 49 Rattenplättchen (von denen  im Spiel zu Zweit 12 aussortiert werden). Zu Spielbeginn wird in  jede Region  zufällig ein verdecktes Rattenplättchen gelegt. Die übrigen Plättchen bilden den verdeckten Nachzugstapel. Zur Funktion der Rattenplättchen komme ich später. Die Pestfigur wird zufällig in einer Region platziert.

Beginnend mit dem Startspieler platziert jeder Spieler 2 Bevölkerungswürfel in eine beliebige Region. In umgekehrter Reihenfolge werden danach nochmal 2 Bevölkerungswürfel in eine beliebige Region platziert.

Jetzt kann es los gehen…

Spielablauf:

Rattus Karten 2Jede Runde läuft  nach dem gleichen Prinzip ab. Der Spieler am Zug hat 3 Aktionsmöglichkeiten:

1. Eine Ständekarte nehmen:

Der Spieler kann eine der 6 Ständekarten an sich nehmen, entweder aus der Auslage oder vom Gegner. Die Aktion ist kein Muss. Im Laufe des Spiels kann man durchaus mehrere Karten vor sich haben.

Ständekarten bringen dem Spieler Vorteile und mehr Flexibilität.  So kann der Spieler zum z.B. mit dem Mönch eine Ratte von einer Region in eine benachbarte bewegen oder mit dem Bauern eine zusätzlichen Bevölkerungswürfel auf dem Spielplan platzieren.

2. Platzieren von neuen Bevölkerungswürfeln:

Der Spieler kann in einer Region so viele neue Bevölkerungswürfel ins Spiel bringen, wie Rattenplättchen in dieser Region liegen.

3. Pestfigur bewegen:

Diese Aktion muss grundsätzlich die letzte Aktion sein und  muss ausgeführt werden. Die Pestfigur wird um eine Region, in eine benachbarte Region weiterbewegt ( mit der Ständekarte des Rittertums kann man die Pestfigur bis zu 2 Regionen weit bewegen). In der Region, in der die Pestfigur jetzt steht, bricht anschließend die Pest aus.

Jetzt wütet die Pest und die Runde ist zu Ende:

Wenn in der Region , in der die Pestfigur steht (=Pestregion), mindestens ein Rattenplättchen liegt, breitet sich die Pest aus. Bei einem Rattenplättchen in der Region, platziert der aktive Spieler ein verdecktes Rattenplättchen aus dem Vorrat in eine benachbarte Region (ab 2 Ratten in der Region werden 2 neue Rattenplättchen platziert). Mehr als 3 Rattenplättchen können aber grundsätzlich in keiner Region liegen.

Rattus Plättchen offenBefinden sich in der Pestregion Bevölkerungswürfel werden die Rattenplättchen nacheinander aufgedeckt und ausgewertet (solange, bis entweder keine Bevölkerungswürfel oder keine Rattenplättchen mehr in der Region liegen). Die Plättchen zeigen mehrere Symbole. Ein Zahl, die bestimmt, ob die Pest tatsächlich ausbricht. Ist die  Anzahl der Bevölkerungswürfel in der Region größer oder gleich der Zahl auf dem Plättchen, wütet die Pest, ansonsten wird das Plättchen einfach aus dem Spiel genommen. Die Symbole unter der Zahl, zeigen die Ständesymbole. Hat ein Spieler eine entsprechende Ständekarte vor sich liegen, muss er pro Symbol auf dem Plättchen einen Bevölkerungswürfel abgeben und zurück in seinen Vorrat legen. Rattus Plättchen 4 offenEinige Plättchen zeigen zusätzlich oder anstatt von Symbolen den Buchstaben A (=alle) oder M (=Mehrheit). Bei A müssen alle Spieler einen Bevölkerungswürfel abgeben, bei M, der Spieler mit der Mehrheit in der Region.

Die ausgewerteten Rattenplättchen kommen aus dem Spiel und eine neue Runde beginnt.

Spielende:

Das Spiel endet nach dem Zug, bei dem entweder der Vorrat an Rattenplättchen aufgebraucht ist oder es einem Spieler gelungen ist alle seine Bevölkerungswürfel auf dem Spielplan unterzubringen.

Rattus KarteDer Spieler der das Spielende nicht eingeleitet hat, kann nochmal seine Ständekarten nutzen.

Danach holt die Pest zu einem großen Rundumschlag aus. In allen Regionen, in denen sowohl Rattenplättchen als auch Bevölkerungswürfel liegen, wütet die Pest ein letztes Mal.

Wer danach mehr Bevölkerungswürfel auf dem Spielplan hat, gewinnt das Spiel!

SPIELGEFÜHL

Rattus Ratten„Rattus“ hat ein ungewöhnliches, düsteres Thema. Das Spiel wirkt dennoch frisch und überzeugt durch einen schönen Mechanismus und eine ansprechende Grafik. Das Material ist hochwertig. Die Ständekarten sind schön groß und sehr stabil.

Die wenigen Regeln sind nach 2-3 Partien verinnerlicht und leicht verständlich.

Das Spiel ist kein taktisches Schwergewicht, aber ein wenig Taktik, vor allem beim geschickten Nutzen der Ständekarten, ist schon von Nöten, um das Spiel zu gewinnen. Man darf dem Gegner aber nicht zu viel Freiraum in seinem Handeln lassen und muss versuchen, durch die Verteilung der Ratten und durch das Platzieren der Pestfigur dem Gegner Steine in den Weg zu legen.

Rattus RatteManche Ständekarten sind wertvoller als andere und sollten nie lange beim Gegner verweilen. Aber alle Karten haben zum richtigen Zeitpunkt im Spiel ihren Sinn und können helfen. Da man Ständekarten, die man einmal in Besitz hat, nur los wird, wenn sie der Gegner wegnimmt, muss immer genau abgewogen werden, ob man eine neue Karte hinzunimmt. Den je mehr Karten man hat, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass einen die Pest voll trifft. Gerade am Spielende , wenn die Pest nochmal in allen Regionen wütet, sind zu viele Ständekarten vielleicht ein Fluch und kosten  den sicher geglaubten Sieg.

Beim Aufdecken der Rattenplättchen kommt natürlich auch eine gewisse Portion Glück ins Spiel. Manche Plättchen können verheerend sein, andere recht harmlos, da noch zu wenig Bevölkerung in der Region lebt. Mit der Ständekarte der Hexe, ist es aber möglich, so manches Ereignis vorherzusehen und ihm vorzubeugen.

Ich habe schon viele Strategien ausprobiert. Egal ob man nach dem Motto „viel hilft viel“ verfährt oder ganz gezielt auf bestimmte Ständekarten geht. Der Ausgang des Spiels ist immer spannend und ungewiss. Eine sichere Siegstrategie habe ich noch nicht gefunden und das ist auch gut so. Nach rund 30 Minunten Spielzeit bleibt meist nur eines festzuhalten: “ Las es uns gleich nochmal probieren, dem schwarzen Tod zu entgehen“.

In der Regel zu Rattus haben sich beim Layouten 2 kleine Fehler eingeschlichen. Die Errata zu den Regeln gibt es hier zum Donwload.

Und soviel darf ich schon verraten. Die erste Erweiterung zum Spiel mit zusätzlichen Ständekarten steckt schon in der „Pipeline“ und wird dem Spiel noch mehr Abwechslung und Flexibilität bringen.

rattus Bild 2 rattus Bild 1

BEWERTUNG ZU ZWEIT

Ein ungewöhnliches Spielthema wurde hier prima in ein kleines, leicht strategisches Spiel verpackt. Spieldauer und Spieltiefe eignen sich hervorragend um für kurze Zeit, immer wieder aufs Neue, gut unterhalten zu werden. Hilfe die Ratten kommen! Rette sich wer kann…

Pöppelbewertung 5

5  von 6 möglichen Pöppeln

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