DIE SPEICHERSTADT

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VERLAG : eggertspiele

JAHR : 2010

SPIELER : 2-5

ALTER : ab 8 Jahren

DAUER : ca. 30  Min.

AUTOR : Stefan Feld

SPIELBESCHREIBUNG

Wer schon mal einen Ausflug nach Hamburg gemacht hat, war sicherlich auch in der Speicherstadt. Die schönen  historischen Bauten vermitteln noch heute das Flair von längst vergangenen Tagen, als in der Speicherstadt der zentrale Umschlagplatz für Gewürze, Kaffee und Teppiche war. Gewürze kann man heute im sehr empfehlenswerten Gewürzmuseum SPICY´S in der Speicherstadt bewundern (vor längerem gab es da auch noch Speicherstadt Überblickdas sehr schöne und gute  Spiel „Goa“ zu kaufen!).

Spielerisch begeben wir uns im neuen Spiel aus dem Hause Eggert in die Blütezeit der Speicherstadt um 1900. Wir verdienen als Hamburger Großhändler unser Geld, handeln mit wertvollen Waren  und  bedienen unsere Kundschaft.

Wer sein knappes Geld im Laufe eines Jahres am Besten einsetzt und clever investiert, hat gute Chancen das Spiel zu gewinnen, solange man die Gefahr der Brände in der Speicherstadt nicht unterschätzt und genügend Feuerwehrmänner anheuert.

Spielvorbereitung:

Speicherstadt Karten ÜbersichtDer Spielplan zeigt einen Teil der Speicherstadt. Im Spiel zu Zweit gibt es 3 Speicher, in denen gehandelt wird. An jedem Speicher ist Platz für eine Handelskarte. Die Handelskarten werden zu Spielbeginn nach den 4 Jahreszeiten sortiert und zu einem verdeckten Stapel zusammengefasst. Unter den Karten befinden sich Schiffe, Feuerwehrmänner, Aufträge und diverse andere hilfreiche Gebäude oder Händler.

Jeder Spieler erhält 1 Markthalle, 3 Arbeiter und 5 Geldmünzen (klingt wenig, ist aber ganz schön viel. Im Laufe des Spieles wünscht man sich nicht selten, wieder so viel Geld wie am Anfang zu haben). Die Warensteine (Kaffee, Tee, Safran, Kautschuk und Teppiche) kommen in einen Stoffbeutel. Eine echte Metallmünze dient als Startspielerstein. Der Startspieler wechselt von Runde zu Runde.

Spielablauf:

speicherstadt SpielplanDas Spiel wird über mehrere Runden gespielt, jede Runde verläuft nach dem gleichen Prinzip über 5 Phasen:

Angebot: die obersten 3 Handelskarten des Nachziehstapels  werden auf die 3 nebeneinander liegenden Speicher verteilt. Wird ein Schiff aufgedeckt wird es sofort mit 3 Waren aus dem Beutel bestückt.

Nachfrage: In jedem Speicher ist Platz für mehrere Arbeiter. Abwechselnd wird immer ein Arbeiter in einem der 3 Speicher (beginnend ganz unten in der Reihe) platziert. Die Anzahl der Arbeiter in einem Speicher bestimmt den Preis für  die Karte. Sind alle Arbeiter eingesetzt (verzichtet darf nicht werden), beginnt die nächste Phase.

Kauf: Jetzt werden die einzelnen Handelskarten von links nach rechts verkauft. Wer seinen Arbeiter in einem Speicher ganz unten stehen hat, darf zuerst entscheiden, ob er die Karte will. Der Preis wird hierbei durch die Anzahl Arbeiter bestimmt, die dahinter in der Reihe stehen. Pro Arbeiter eine Münze. Ist das zu teuer, kommt der nächste Arbeiter in der Reihe zum Zug. Der Preis ist um eine Münze gefallen. Steht ein Arbeiter in der Reihe, bekommt man die Karte für eine Münze.

Verladung: Sobald Schiffe im Spiel sind, die WarensteineSpeicherstadt Angebote in Umlauf bringen, müssen diese verladen werden. Kauft einer ein Schiff, muss er die 3 darauf befindlichen Waren sofort verladen. Entweder legt er die Waren auf eine Auftragskarte, die er besitzt, (falls die Waren für den Auftrag benötigt werden), oder er verkauft die Waren an einen eigenen Händler gegen Bares oder er nutzt die eigene Markthalle zum Tausch, Verkauf oder Einlagern der Waren. Ist dies alles nicht möglich, verfällt die Ware und kommt in den allgemeinen Vorrat.

Einkommen: Am Ende einer Runde bekommt jeder Spieler eine Münze aus dem Vorrat.

In jeder Jahreszeit (Frühling, Sommer und Herbst)  gibt es eine Brandkarte. Wird sie aufgedeckt, kommt es sofort zu einem Brand, wer jetzt die wenigsten Feuerwehrmänner hat, bekommt Siegpunkte in der Höhe der Brandkarte abgezogen, der andere Spieler bekommt diese hinzu.

Spielende:

Sind die Karten der 4 Jahreszeiten alle durchgespielt , wird ein letztes Mal eine Brandkarte aufgedeckt und ausgewertet, danach endet das Spiel. Die 4. Brandkarte ist immer die letzte Karte des Nachziehstapels.

Punkte gibt es nun für erfüllte Aufträge (alle geforderten Warensteine liegen auf der Karte). Zusatzpunkte gibt es für bestimmte Gebäudekarte, wie z.B den Kontor oder  die St. Michaelis Kirche.

SPIELGEFÜHL

Die Vorfreude, aber auch die Skepsis gegenüber diesem Spiel war groß. Ein Versteigerungsspiel! Kann das zu zweit funktionieren? Es kann!  Die Aufmachung des Spiels ist gelungen, die Regel übersichtlich und der Preis angemessen.

Speicherstadt FeuerDen Ablauf einer Spielrunde hat man als geübter Spieler schnell verstanden. Eine gewinnbringende Strategie zu entwickeln, scheint dafür umso schwerer. Obwohl bekannt ist, in welcher Jahreszeit welche Karten ins Spiel kommen (hierzu gibt es eine schöne Übersicht in der Regel), kann man nur selten auf eine bestimmte Karte hinarbeiten, da die aktuelle Situation entscheidend ist (in welchem Speicher liegt die Karte aus, bin ich gerade Startspieler, habe ich genügend Geld um die Konkurrenz in Schach zu halten und wie wichtig ist die Karte im Moment für beide Spieler?).

Eines scheint sicher: im Spiel zu Zweit darf man die Feuerwehrmänner nicht kampflos dem Gegner überlassen. Verliert man alle 4 Brände sind das am Ende 20 Siegpunkte Unterschied, und das kann spielentscheidend sein. Ist man Startspieler und hat weniger Geld als sein Gegenüber, wird es extrem schwierig, an Karten zu kommen und macht es seinem Gegner sehr leicht.

Der Bietmechanismus ist clever. Man kann die Preise für Karten, die der Gegner gerne hätte, nach oben jagen, auf das ein oder andere Schnäppchen hoffen und  ganz sicher ist der Konflikt mit dem Gegner um einzelne Karten unvermeidbar. Man hat aber auch nur drei Arbeiter, die sind schnell eingesetzt – und vielleicht dann doch wieder falsch!?

Die erste Jahreszeit (der Winter) plätschert ein wenig dahin. In dieser Jahreszeit gibt es noch keine Schiffe und somit keine Waren zum Handeln. Doch wer hier nicht einen Grundstock an Aufträgen und den ein oder anderen Händler günstig für sich gewinnen kann, hat es in den nächsten Runden um so schwerer. In der letzten Jahreszeit, dem Herbst, gibt es noch sehr viele Schiffe und Waren, aber keine neuen Aufträge mehr. Wer nicht vorgesorgt hat, schaut jetzt in leere Auftragsbücher.

Es gibt so manches im Spiel zu beachten und man kann ein wenig taktieren. Die halbe Stunde Spielzeit ist schnell vorüber und hinterlässt ein gutes Gefühl. Das Spiel ist nicht abendfüllend, aber ein netter Zeitvertreib für zwischendurch. Genauso wie Hamburg immer eine Reise wert ist, ist die Speicherstadt immer wieder einen spielerischen Abstecher wert.

Speicherstadt 1 Speicherstadt 2

BEWERTUNG ZU ZWEIT

Schönes kleines Biet- und Versteigerungsspiel, das sich erstaunlich gut zu zweit spielen lässt. Genug Taktik, um gefordert zu sein, aber nicht zu viel, damit die Leichtigkeit nicht verloren geht. Die kurze Spieldauer fordert zudem zu einer sofortigen Revanche auf! Wieder ein richtig gutes Spiel von Stefan Feld.

Pöppelbewertung 5

5  von 6 möglichen Pöppeln

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