FRESKO

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fresko

VERLAG : Queengames

JAHR : 2010

SPIELER : 2-4

ALTER : ab 10 Jahren

DAUER : ca. 60-100 Min.

AUTOR : Marco Ruskowski & Marcel Süßelbeck

SPIELBESCHREIBUNG

fresko materialSo schön die Fresken in einem Dom auch sind, im Laufe der Jahre verlieren die Farben an Leuchtkraft und an der ein oder anderen Stelle bröckelt die Farbe ganz ab. Es muss dringend restauriert werden, zumal der Bischof hohen Besuch erwartet und das Fresko des Doms in voller Pracht erscheinen muss.

Was benötigt man, um ein Fresko zu restaurieren? Willige Maler, jede Menge Hilfskräfte, Unmengen an Farbe in den unterschiedlichsten Tönen, Geld, geschickten Umgang  mit der Moral der Gehilfen, Ehrgeiz, künstlerisches Talent und  nicht zuletzt vollen Einsatz zu jeder Tages- und Nachtzeit. Wer diese Voraussetzungen mitbringt, ist Bestens für eine erfolgreiche Partie „Fresko“ gerüstet.

Spielvorbereitung:

fresko aktionstableauAls Startup zur Selbständigkeit als erfolgreicher Freskenmaler  erhält jeder Spieler 12 Taler, jede der 3 Grundfarben einmal,   genau 3 Malerfiguren (zur Anzeige für Siegpunkte, Herberge und Theater) und 5 Gehilfen. Hinter einem von 2 Sichtschirmen verschwindet das Aktionstableau, auf dem man Runde für Runde geheim einstellt, was man in dieser Runde mit seinen Gehilfen zu unternehmen gedenkt (Einkauf auf dem Markt, Freskomalen im Dom, Porträtmalen im Atelier, Farben mischen oder Theaterbesuch).  Hinter dem zweiten Sichtschirm verbirgt sich das Lager für Farben und Geld.

Der große Spielplan unterteilt sich in 6 Kerngebiete: Herberge,  Markt, Atelier, Werkstatt, Theater außen, und in der Mitte befindet sich der Dom mit dem wunderschönen Fresko, dass allerdings erst zu Spielende in seiner vollen Pracht zu sehen sein wird. Denn zu Beginn des Spiels liegen in fresko Farbeneinem quadratischen Raster unterschiedliche Plättchen auf dem Plan, die zum einen anzeigen, welche Farben an einer bestimmten Stelle der Decke benötigt werden, um das Fresko zu restaurieren, und zum anderen, wieviele Siegpunkte man dafür bekommt. Bis man aber dazu kommt einen Teil des Freskos im Dom zu malen, ist einiges an Vorarbeit nötig.

Zu Zweit wird ein dritter Spieler Namens „Leonardo“ eingeführt. Er bekommt ebenfalls ein Aktionstableau, 3 Malerfiguren und 2 Gehilfen. Ein Gehilfe steht immer auf der Aktion Markt und einer auf der Aktion Dom. Eine Malerfigur wird in die Mitte des Doms gestellt. Grundsätzlich bekommt Leonardo zwar Siegpunkte, aber weder Geld noch Farben. Der Spieler, der bestimmt, was Leonardo in einer Runde macht, wechselt von Runde zu Runde. Der entsprechende Spieler bekommt das Leonardoplättchen.

Spielablauf:

fresko ZeitDas Spiel wird über mehrere Runden gespielt. Jede Runde beginnt damit, dass in der Herberge darüber entschieden wird, zu welcher Zeit der Maler aufstehen will und wie sich dadurch die Stimmung der Gehilfen und der Preis für Farben auf dem Markt verändert.

Wer bislang am wenigsten Siegpunkte im Spiel bekommen hat (das kann auch Leonardo sein), darf als erstes seine Aufstehzeit festlegen. Zu jeder Zeit kann immer nur ein Spieler aufstehen. Wer bereits um 5 Uhr aufsteht, kann sich sicher sein, als  erster alle Aktionen auszuführen. Hat Leonardo am wenigsten Siegpunkte entscheidet der aktuelle Spieler mit dem Leonardoplättchen darüber, zu welcher Zeit Leonardo aufsteht.

Anschließend legt jeder Spieler geheim auf seinem Aktionstableau fest, was er in dieser Runde machen will. Dazu platziert er seine Gehilfen (bis zu 3 pro Aktionsfeld)  auf den entsprechenden Feldern auf dem Aktionstableau. Die Reihenfolge der Aktionen werden von links nach rechts abgearbeitet. Haben alle Spieler Ihre Aktionen festgelegt wird der Sichtschirm gelüftet.

fresko marktWer jetzt Gehilfen auf dem Markt platziert hat, kann einkaufen gehen, aber natürlich nur in der Reihenfolge der Aufstehzeiten und zu den in der Herberge festgelegten Preisen. Es gibt insgesamt 4 Marktstände, mit einem unterschiedlich großen Farbangebot (von 2 -4 zufällig gezogenen Plättchen). An einem Marktstand kann man mit einem Gehilfen genau ein Plättchen kaufen und sofort in Farbwürfel eintauschen. Das gemeine an den Marktständen ist, dass, wenn man dort eine Farbe kauft, der Besitzer des Standes genug verkauft hat und den Laden für diese Runde schließt, so dass in jeder Runde max. 4 Farbplättchen gekauft werden können. Wer spät aufsteht, geht nicht selten leer aus.

Leonardo kann auf dem Markt keine Farben kaufen, schließt aber einen Markt, nach Wahl des Spielers mit dem Leonardoplättchen.

Wer genug Farben besitzt und einen Gehilfen auf dem Aktionstableau auf den Dom gestellt hat, kann jetzt als nächstes im Dom am Fresko restaurieren. Restaurieren kann man jedes beliebige Freskoteil im Dom, für das man die passenden Farben im Vorrat hat. Besser ist es aber, wenn man ein Teil wählt, auf dem sich gerade der Bischof befindet. Dieser wandert im Dom umher und schaut sich genau an, was die Maler so treiben. Wer ein Freskoteil malen will, darf vor seinem Zug den Bischof für ein Geld um ein Feld in beliebige Richtung bewegen. Steht der Bischof auf oder direkt neben dem zu malenden Freskoteil, gibt es Bonuspunkte.Ansonsten gibt es „nur“ die Punkt, die auf dem Plättchen stehen. Außerdem bekommt man das Plättchen. Jedes Plättchen bringt einem Spieler ein regelmäßiges Einkommen von einem Taler am Rundenende.

Alternativ zum Malen eines Freskoteils kann man auch am Altar malen, dies ist nicht so lukrativ, aber auch nicht so anspruchsvoll in der geforderten Farbzusammensetzung.

Leonardo restauriert grundsätzlich in jeder Runde ein Freskoplättchen.  Welches Plättchen er restauriert, bestimmt der Spieler mit dem Leonardoplättchen. Dazu wird die Leonardofigur im Dom um ein Feld waagrecht oder senkrecht, ausgehend von seiner aktuellen Position bewegt. Die Siegpunkte auf dem Plättchen, auf dem er zu Stehen kommt, erhält Leonardo  gutgeschrieben.

Wem es an Geld fehlt,  muss im Atelier Porträts malen und bekommt pro eingesetztem Gehilfen 3 Taler.

fresko Mischtabelle 1Hat man auf dem Markt nicht die passenden Farben bekommen oder war einfach zu spät dran, hat man in der Werkstatt die Möglichkeit, Farben zu mischen. Hierzu hat jeder Spieler eine Übersicht mit den möglichen Farbmischungen. Durch Abgabe von 2 Grundfarben bekommt man eine entsprechende Mischfarbe. Pro eingesetztem Gehilfen auf dem Aktionstableau kann man 2 mal mischen.

Zu guter Letzt kann man im Theater die Stimmung seiner Gehilfen beeinflussen. Dies ist wichtig, um seine Leute bei der Stange zu halten. Wer regelmäßig früh aufsteht läuft Gefahr, dass ihm der ein oder andere Gehilfe bei sinkender Laune abspringt und in der nächsten Runde nicht zur Verfügung steht. Umgekehrt ist es bei besonders guter Stimmung im Team möglich, einen zusätzlichen Gehilfen für eine Runde zu bekommen.

Spielende:

Wenn zu Beginn einer Runde nur noch max. 6 Freskoplättchen im Dom liegen, wird die letzte Runde eingeläutet. Einziger Unterschied: Das Aktionstableau wird auf die Rückseite gedreht. Anders als in den Runden zuvor kann man seine Gehilfen jetzt zusätzlich, nachdem man in der Werkstatt Farben gemischt hat, nochmal im Dom einsetzten. Dafür entfällt der Besuch im Theater. Wer am Ende die meisten Siegpunkte bekommen hat, gewinnt das Spiel.

Die 3 Erweiterungen:

Die Porträts:

fresko GemäldeIm Atelier können zusätzlichen zu den einfachen Porträts, die 3 Taler bringen, pro Runde 2 besondere Porträts gemalt werden, frei nach dem Motto “ wer zuerst kommt, malt zu erst“. Die einzelnen Porträts bringen entweder einmalige Vergünstigungen (Geld, Siegpunkte, Farben etc.) oder dauerhafte Vergünstigungen wie z.B. das kostenlose Versetzen des Bischofs Auf ein beliebiges Feld.

Zusätzlich ergibt sich durch diese Karten eine zweite Möglichkeit des Spielendes. Sind alle Karten weg, beginnt die letzte Runde.

Die Aufträge des Bischofs:

fresko AufträgeIn der Werkstatt können nun zusätzlich zum Farbmischen spezielle Aufträge des Bischofs erfüllt werden, die einem zusätzliche Siegpunkte und Einkommen bringen können, wenn man die entsprechenden Farbkleckse auf seinen Freskoplättchen hat. Fast auf jeder Rückseite der erfüllten Freskoplättchen sind Farbkleckse abgebildet. Gibt man die entsprechenden Plättchen ab, erhält man die Vergünstigung.

Die besonderen Farbmischungen:

fresko Farben erwMit dieser Erweiterung kommen 2 zusätzliche Mischfarben ins Spiel  (rosa und braun) und entsprechende Freskoplättchen. Hierzu werden einige Plättchen des Grundspiels mit denen der Erweiterung ausgetauscht.  Die neuen Plättchen sind deutlich wertvoller, aber auch schwieriger zu erfüllen.

Die Erweiterung führt zu noch mehr Kombinationsmöglichkeiten, aber auch dazu, dass nicht mehr alle Farben im Spiel gleich häufig benötigt werden.

SPIELGEFÜHL

Fresko überzeugt durch ein stimmiges, wunderschön umgesetztes Thema, das einen sofort in seinen Bann zieht.  Der  dritte neutrale Spieler (Leonardo), welcher in manchen Spielen schon mal konstruiert und aufgesetzt wirkt und nur bedingt funktioniert, gliedert sich hier hervorragend ins Spielgeschehen ein und ist ein fester und wichtiger Bestandteil des Spiels, der vor allem dadurch wirkt, dass die Spieler abwechselnd Entscheidungen für Leonardo fällen müssen und so Raum für taktische Überlegungen bleibt. Der Spielablauf ist leicht verständlich und schnell erklärt, einzig die Einführung der 2 Personenregel auf dem Regelblatt der Erweiterungen ist etwas deplatziert und nicht für jeden sofort auffindbar. Warum konnte man das in die Regel des Basisspiel nicht integrieren?

fresko ImageDas Spiel selbst ist sehr atmosphärisch und macht Spaß. Der Spielablauf ist zwar Runde für Runde der selbe, doch die einzelnen Entscheidungen, die jede Runde wieder neu zu treffen sind, halten den Spannungsbogen bis zum Spielende aufrecht. Stehe ich früh auf,  um auf dem Markt für teures Geld als Erster einzukaufen oder lieber spät um die Stimmung der Arbeiter hoch zu halten? Welche Farben mische ich, um welchen Teil des Freskos zu vollenden? Kommt mir mein Gegner vielleicht zuvor? Wie sieht Plan B aus?

Die einzelnen Entscheidungen sind nicht schwer, aber alle kleinen Entscheidungen in den richtigen Zusammenhang zu bringen und zu einem erfolgreichen Konzept zu bündeln durchaus sehr. Mir fällt es auch nach etlichen Partien Fresko immer noch schwer, einen vernünftigen Überblick zu bekommen, welche Farben ich für welchen Teil des Freskos jetzt am Besten auf dem Markt kaufe, und welche Farben ich in  der Werkstatt zusammen mische. So kommt es dann doch häufiger vor, dass ich die Farben mehr oder weniger zufällig zusammen kaufe und  mische, in der Hoffnung, dass schon etwas passendes dabei sein wird. Eine andere Herangehensweise mit „höherem Denkaufwand“ ist mir dann meist doch zu anstrengend und das Spiel artet in Arbeit aus. Vielleicht stehe ich mit diesem Problem alleine da, aber bei manch deutlich komplexeren Spielen (z.B. Le Havre oder Caylus), habe ich eine deutlich besseren Spielüberblick und die Entscheidungen fallen mir wesentlich leichter. Die Leichtigkeit des Spiels, die es meiner Meinung nach haben sollte geht etwas verloren.

Die im Spiel enthaltenen Erweiterungen bereichern das Spiel, ohne das Grundprinzip entscheidend zu verändern. Während die Portärtkarten und die Aufträge des Bischofs dem Spielgefühl sehr gut tun und ich nicht mehr ohne diese Erweiterungen spielen möchte, bringt die 3. Erweiterung 2 weitere Mischfarben ins Spiel, die es mir persönlich noch schwerer machen, mich für die richtige Farbmischung zu entscheiden. Das Spiel wird durch die Erweiterungen deutlich länger, was etwas schade ist, da eine Gesamtspieldauer von max. 60 Minuten für diese Art von Spiel eigentlich nicht überschritten werden sollte. Bei uns kam es  in Ausnahmefällen auch schon vor, dass die Spieldauer sich auf bis zu 2 Stunden erhöht hat.

Ob das Spiel sich als Spiel des Jahres eignet? Ich tue mich schwer hier sofort „ja“ zu rufen. Dadurch, dass sich das Spiel zu Zweit durch den dritten neutralen Spieler in den Regeln vom Spiel zu dritt oder zu viert doch deutlich unterscheidet, müssen zwei unterschiedliche Regeln für verschiedene Spielerzahlen erlernt werden, was zwangsläufig eine Hürde darstellt. Die Erweiterungen blende ich zudem ganz aus, dies würde den „normalen“ Spiel-des-Jahres-Spieler sicherlich überfordern.

fresko 1 fresko 2

BEWERTUNG ZU ZWEIT

Fresko ist ein atmosphärisch sehr dichtes Spiel, mit einem frischen Thema, dass Gelegenheitsspieler und Vielspieler gleichermaßen anspricht, wobei es als einfaches Familienspiel bereits in der Grundversion etwas zu schwer erscheint und für das, was es inhaltlich bietet, für meinen Begriffe einen Tick zu lange dauert.

Pöppelbewertung 4.5

4,5  von 6 möglichen Pöppeln

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FRESKO, 5.0 out of 6 based on 1 rating

One thought on “FRESKO

  1. Absolut geniales Spiel!!! 6 Pöppel wären richtig! Noch besser als Säulen der Erde und Tore der Welt. Derzeit das beste Spiel!

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