GLEN MORE

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Glen More Schachtel

VERLAG : Alea

JAHR : 2010

SPIELER : 2-5

ALTER : ab 10 Jahren

DAUER : ca. 45  Min.

AUTOR : Matthias Cramer

SPIELBESCHREIBUNG

Was kann man von den Schotten erwarten? Raues Klima, Highlands, Schafweiden und sich prügelnde Clanmitglieder. Ups! Falsches Spiel. Das war Schottentotten. Naja ein Teil davon läßt sich durchaus auf Glen More übertragen. Das raue Klima, die Schafe und die Clanmitglieder. Dies prügeln sich  hier aber nicht, was unter Umständen dem Whisky zu verdanken ist, sondern sind eifrig dabei, ihre Macht in den Highlands durch Vergrößern ihres Gebietes  und geschicktes Wirtschaften mit Whisky, Schafen und … Schafen und Whisky, zu erhöhen.

Ach ja, und wer schon immer mehr über Schottland wissen wollte, kennt wohl bald das ein oder andere Castle und wird neben dem bekannten Loch Ness (die Existenz von Nessi wird auch in diesem Spiel ungeklärt bleiben) noch so manch anderes Loch (-Lochy, -Oich,-Morar…) kennenlernen.

Glen More Übersicht

Spielvorbereitung:

Aller Anfang ist mal wieder schwer. Ausgehend von einem idyllischen kleinen Dorf, das als Startplättchen von einem Fluss und einer Straße durchzogen vor jedem Spieler liegt, bekommt man noch 6 Geldmünzen und ein Clanmitglied, welches im Dorf platziert wird

Die Spielplättchen, bestehend aus Gebäuden, Produktionsstätten und „Besonderen Orten“ (z.B. Loch Ness) werden nach Ihren Nummern von 0-3 in 4 verdeckte Stapel sortiert. Zu jedem Plättchen „Besonderer Ort“ gibt es eine Spielkarte aus stabiler Pappe, welche offen auf den Tisch gelegt wird. Die Ressourcensteine (Holz, Stein, Schafe, Rinder und Getreide), Geld und Whiskyfässer werden neben den Spielplan gelegt.

Glen More SpielplanDer Spielplan kommt in die Tischmitte und zeigt am Rand umlaufend 14 freie Felder für die Ablage von Plättchen und in der Mitte ein Lager, an das eigene Ressourcen jederzeit verkauft und von dem im Notfall Ressourcen gekauft werden können. Der Preis /Erlös für Ressourcen schwankt zwischen 1 und 3 Geld.

Der Startspieler stellt seine Spielfigur auf ein beliebiges der 14 freien Felder. Der 2. Spieler seine Figur davor und davor wird ein Würfel (fungiert als 3.Spieler) gelegt. Nachfolgend werden die restlichen freien Felder mit Plättchen des Stapels 0 und 1 offen ausgelegt. Spielfiguren und Plättchen bilden ein Kette. Das letzte Feld der Kette hinter dem Startspieler bleibt aber immer frei.

Spielverlauf:

Der Spieler am Zug kann seine Spielfigur auf ein beliebiges Feld mit einem Plättchen versetzten und dieses Plättchen in seine Auslage legen, vorausgesetzt er kann die geforderten Ressourcen für das Plättchen bezahlen. Die Plättchen des Stapels 0 sind noch kostenlos. Die eigene Auslage besteht zu Anfang aus einem Dorf. Wird ein Plättchen an die eigene Auslage angelegt, wird dieses und alle benachbarten Plättchen aktiviert. Voraussetzung für das Anlegen von Plättchen ist, dass auf einem benachbarten Plättchen ein Clanmitglied steht und das Straßen und Flüsse richtig verbunden werden. Plättchen mit eine Fluss darauf müssen an einen Fluss angelegt werden und Plättchen mit einer Straße an eine Straße. Plättchen ohne Fluss und Straße dürfen auch nicht an solche angelegt werden.

Glen More Auslage

Durch die Aktivierung der Plättchen bekommt man entweder die entsprechend abgebildete Ressource auf das Plättchen (max. 3 Ressourcen haben auf einen Plättchen Platz) oder darf ein Clanmitglied innerhalb seiner Auslage bewegen oder darf die Funktion von einem Gebäude nutzen, um Ressourcen in Siegpunkte oder Whisky umzuwandeln. Nimmt sich ein Spieler ein weiteres Dorf in seine Auslage bekommt er ein zusätzliches Clanmitglied.

Der Zug des Spielers wird damit beendet, das ein neues Plättchen vom Stapel aufgedeckt  und auf das freie Feld am Ende der Kette gelegt wird.

Der nächste Spieler kommt zum Zug und versetzt seine Spielfigur nach dem gleichen Prinzip auf ein Plättchen. Danach folgt der Würfel (Zahlenwerte 1-3). Er wird gewürfelt und um so viele Felder nach vorne bewegt, wie sein Wert anzeigt. Das Plättchen auf dem er landet, kommt aus dem Spiel und ein neues Plättchen wird an das Ende der Kette gelegt. In den folgenden Runden verändert sich die Spielerreihenfolge. Immer die Spielfigur (oder der Würfel), die am weitesten hinten liegt, ist am Zug. Es kann also auch passieren, das ein Spieler mehrmals hintereinander dran ist, falls der andere Spieler in seinem Zug sehr weit auf der Kette nach vorne gesprungen ist, um ein bestimmtes Plättchen zu bekommen.

Immer wenn ein Stapel der verdeckten Plättchen aufgebraucht ist, kommt es zu einer Zwischenwertung (3 Wertungen Glen More Wertunginsgesamt) und die Spieler vergleichen ihre Clans. Verglichen werden die Anzahl an Whiskyfässern, die Anzahl an Clanführer (Chieftains) und die Anzahl an „besonderen Orten“, die ein Spieler besitzt. Die jeweilige Differenz bekommt der Spieler als Siegpunkte. Je größer die Differenz, desto mehr Punkte bekommt man.

Chieftains bekommt man über „besondere Orte“ oder indem man ein Clanmitglied aus seiner Auslage entfernt anstatt ihn zu bewegen.

Sind auch die Plättchen des letzten Stapels ins Spiel gekommen, kommt es zur 3.Wertung und direkt anschließend zur Schlusswertung. In der Schlusswertung bringen bestimmte „besondere Orte“ nochmal Siegpunkte  (z.B. bringt Loch Morar 2 Punkte für jedes grüne Plättchen in der Auslage). Geldmünzen können 1:1 in Siegpunkte umgewandelt werden. Besonders fies ist die letzte Punktevergabe, denn wer im Laufe des Spiels besonderes viele Plättchen in seiner Auslage gesammelt, wird bestraft. Für jedes Plättchen, das man mehr als der Gegner in der Auslage hat, bekommt man 3 Siegpunkte abgezogen.

Wer jetzt die meisten Siegpunkte hat, gewinnt das Spiel.

SPIELGEFÜHL

Mir gefällt „Glen More“. Warum?

Vielleicht bin ich nicht mehr ganz objektiv, denn nachdem ich gelesen hatte, dass es endlich mal wieder ein Spiel gibt, in dem die Startspielerreihenfolge wie beim genialen Spiel „Jenseits von Theben“ von Peter Prinz festgelegt wird, indem man seinen zeitlichen Fortschritt selber bestimmt und somit auch mehrmals hintereinander oder längere Zeit gar nicht zum Zug kommt, war ich schon infiziert. Solche Spiele gibt es nicht viele und reizen mich besonders, da man frühzeitig zu Entscheidungen gezwungen wird. Will ich ein Plättchen, das sehr weit vorne in der Kette liegt unbedingt haben, so muss ich viele andere Plättchen liegen lassen, die sich mein Gegner dann in aller Ruhe aussuchen und aktivieren kann.

Doch wer sich im Laufe des Spiels zu viel Zeit lässt und zu viele Plättchen sammelt wird bei der Schlusswertung bitter bestraft. Hat man dann bei den Zwischenwertungen und durch die größere Anzahl Aktionen nicht genug Punkte gesammelt, kann der sicher geglaubte Sieg schnell verloren gehen. Wer weniger Plättchen sammelt muss ein hohes Maß an Effektivität an den Tag legen, denn weniger Plättchen bedeuten weniger Aktionen, weniger Ressourcen und weniger Flexibilität. Beide Strategien können zum Erfolg führen, müssen es aber nicht.

Das Spiel ist im Grunde nicht kompliziert und schon nach dem 2. /3. Spiel braucht man die beiliegende Kurzspielregel nicht mehr. Plättchen nehmen, Plättchen auslegen, Plättchen aktivieren. Der Kern des Spiels, das Aktivieren von benachbarten Plättchen durch geschicktes Auslegen von passenden effektiven neuen Plättchen ist interessant und in jeder Partie wieder aufs Neue spannend.

Kurzweilige 45 Minuten, denn so lange dauert eine Partie zu Zweit im Durchschnitt, sind für die vielen kleinen strategischen Möglichkeiten, die das Spiel bietet, angemessen. Der Würfel, der als dritter Spieler, zum Tragen kommt, wirkt keineswegs aufgesetzt und ist wohl durchdacht. Sicherlich bringt er eine gewisse Glückskomponente ins Spiel. Welches Plättchen wird wohl rausfliegen? Es bleibt aber im Rahmen. Durch die Angst getrieben, ein ins Auge gefasste Plättchen zu verlieren, kommt man schneller in Versuchung, sich ein Plättchen lieber frühzeitig zu sichern, bevor es weg ist. Das erhöht die Spannung und den Spielreiz.

Das Material ist dem Spiel angemessen. Die Plättchen haben die Größe von Carcassonne. Die Grafik ist schön, wenn auch etwas dunkel. Aber so ist es wohl im rauen Klima der Highlands von Schottland.

Glen More 4 Glen More 2

BEWERTUNG ZU ZWEIT

Glen More ist eine cleveres Plättchenlegespiel mit hohem Wiederspielreiz, überschaubaren Regeln, angenehm kurzer Spieldauer und genug taktischem Tiefgang. Nach Louis XIV das wohl Beste Alea Spiel in der mittleren Schachtelgröße. Hier stimmt das Preis / Leistungsverhältnis!

Pöppelbewertung 5

5  von 6 möglichen Pöppeln

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