FIRENZE

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Firenze Schachtel

VERLAG : Pegasus Spiele

JAHR : 2010

SPIELER : 2-4

ALTER : ab 12 Jahren

DAUER : ca. 60  Min.

AUTOR : Andreas Steding

SPIELBESCHREIBUNG

Florenz Anfang des 12.Jahrhundets. Der Feudalismus kommt auf und die Bürgerschaft gewinnt zunehmend an Macht und Einfluss. Zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert beginnt der Aufschung der Stadt. Es werden Bauaufträge vergeben und das Wetteifern der Familien um die schönsten und höchsten Türme beginnt. Wir schlüpfen in die Rolle der Baumeister und versuchen durch das Erfüllen der Bauwünsche der Bauherrenen, Prestige zu erlangen und in die Geschichtsbücher der Stadt Florenz einzugehen. Doch nicht alles läuft reibungslos. Die Konkurrenz ist groß, die Moral der einzelenen Bauherren niedrig. Nicht jeder Turm wird vollendet und Pfusch und Skandale sind an der Tagesodnung. Beziehungen und Privilegien sind der Schlüssel zum Erfolg.

Firenze Übersicht

Spielvorbereitung:

Der Spielplan zeigt die 6 großen Türme in Florenz in unterschiedlichen Farben, an denen gebaut werden kann. Jeder Turm ist 8 Stockwerke hoch. Darunter befindet sich eine Leiste für 6 Aktionskarten. Jeder Spieler erhält 1 Bauplatz und 9 Siegel (=Aufträge). Die Bausteine in 6 Farben (entsprechend der Türme) kommen in einen Beutel. Nicht jede Farbe ist gleich oft vorhanden und somit sind manche Türme schwerer zu bauen als andere. Dies macht sich auch in der Anzahl an Siegpunkten bemerkbar, die man für den Bau an den Türmen bekommen kann. Die ersten 10 Aktionskarten (Startkarten) sind vorgegeben. 6 davon werden zufällig auf den dafür vorgesehenen Feldern auf dem Spielplan verteilt. Auf jede Karte kommen dann 4 Bausteine aus dem Beutel. Die restlichen Aktionskarten bilden den Nachziehstapel. Zusätzlich werden noch 5 neutrale Siegel zufällig auf die 6 Türme verteilt, so dass bestimmte Stockwerke  nicht gebaut werden können. Auf 4 Türmen werden zudem jeweils ein Balkonplättchen platziert (Nummer I – IV). Wer diese Stockwerke baut, kann besonders viele Siegpunkte bekommen.

Spielverlauf:

Wer am Zug ist, muss zuerst eine der 6 ausliegenden Aktionskarten kaufen. Von links nach rechts auf dem Spielplan werden die Karten teurer. Bausteine (von denen man zu Spielbeginn noch keine hat) dienen im Spiel sowohl als Baumaterial als auch als Zahlungsmittel. Die Aktionskarten kosten von 0 – 5 Bausteine. Firenze Karten 1Nur die erste Karte auf der Ablage ist kostenlos. Auf jeder Aktionskarte liegen 4 zufällig aus dem Beutel gezogenen Bausteine, die man mit dem Kauf der Karte erwirbt. Die Karten haben äußerst unterschiedliche Eigenschaften (positiv wie negativ). Es gibt 5 verschiedene Kartentypen. Während Ereigniskarten sofort zum Tragen kommen, können andere Karten auf die Hand genommen werden oder kommen in die eigenen oder allgemeine Auslage.

Danach wird die entstandene Lücke in der Kartenreihe wieder gefüllt, indem die übrigen Karten nachgeschoben werden und für ganz rechts eine neue Karte aufgedeckt wird.

Die erhaltenen Bausteine kommen in den persönlichen Vorrat neben dem eigenen Bauplatz.  Optional gibt es jetzt die Möglichkeit, 3 eigene Bausteine (beliebiger Farbe) zu einem Steine auf einer ausliegenden Aktionskarten zu tauschen. Somit liegen danach auf der Aktionskarte mehr Bausteine als zu Beginn. Wer kann und will baut jetzt an seinen Türmen auf dem Bauplatz. Firenze BauplatzDas Prinzip ist einfach:

Man nehme einen Baustein aus dem eigenen Vorrat und lege ihn auf den Bauplatz. Der erste und zweite Stein kostet nichts. Jeder weitere Stein wird teuer. Will man in einem Spielzug bis zu 6 Bausteine verbauen, kostet dies zusätzlich 10 Bausteine, die in den Beutel kommen. Man kann beliebig viele Türme auf seinem Bauplatz beginnen (jeder Turm = eine Farbe). Hat man in einer Runde zuvor allerdings bereits einen Turm begonnen, so ist man verpflichtet, in der aktuellen Runde mindestens einen Stein der entsprechenden Farbe auf diesen Turm zu setzen. Hat man einen solchen Stein nicht, wird der komplette bis dahin errichtete Turm als Bauruine abgerissen und kommt in den Beutel zurück. Hat man es erfolgreich geschafft seinen Turm zu erhöhen, kann man als nächstes einen Auftrag an einem der 6 Türme auf dem Spielplan erfüllen.

Hat man zum Beispiel einen gelben 6er Turm auf seinem Bauplatz stehen, kann man die 6. Stufe des gelben Turms auf dem Spielplan bauen und eines seiner 9 Siegel darauf legen, um die entsprechenden Siegpunkte zu erhalten. Man könnte auch weitere Aufträge erfüllen, wenn man kann und will. Schafft man es als Erster eine bestimmtes Stockwerk zu bauen (egal auf welchem Turm), bekommt man zusätzlich einen Etagenbonus als Siegpunkte. Türme, die man nicht bauen will, bleiben auf dem Bauplatz für die nächste Runde (und müssen da wieder um einen Stein erhöht werden).

Zuletzt muss man seine Limits überprüfen: Man darf höchstens 10 Basteinen in seinem Lager haben und max. 5 Handkarten besitzen. Durch bestimmte Aktionskarten lassen sich diese Limits verändern.

Spielende:

Das Spiel endet, sobald es einem Spieler gelungen ist, alle 9 Siegel (= 9 Aufträge) auf dem Spielplan zu verbauen. Dieser Spieler erhält zusätzlich nochmal 5 Siegpunkte. Der andere Spieler darf jetzt noch einmal einen kompletten Spielzug ausführen. Danach kommt es zur Schlusswertung. Jeder der 6 Türme auf dem Spielplan hat einen Mehrheitenbonus zu vergeben. Derjenige Spieler der die meisten Stockwerke an einem Turm gebaut hat, bekommt ihn.Unter den Aktionskarten sind auch sogenannte Festkarten, die man während des Spiels auf die Hand genommen hat und bis zum Spielende nicht verwenden durfte. Die Minus- und Pluspunkte auf diesen Karten werden jetzt noch verrechnet. Danach endet das Spiel. Wer die meisten Siegpunkte hat, gewinnt.

SPIELGEFÜHL

Firenze kommt mit stimmungsvoller Grafik und schönem Material daher. Das Bauen der Türme nach dem klassischen Prinzip des Spiels „Can´t Stop“ (bei dem man so lange würfeln und auf der Punkteleiste nach oben wandern kann, so lange die richtigen Augenzahlen gewürfelt werden), finde ich äußerst spannend. Zumal man bei Firenze den Zufall und das Glück weitestgehend ausblenden kann, nicht aber die Einflussnahme des Gegners. Abzuschätzen, ob die richtigen Bausteine noch im Umlauf sein werden, wenn ich wieder am Zug bin, um meinen Turm weiterbauen zu können, ist reizvoll und spannend. Die einzelnen Mechanismen harmonieren hervorragend und das destruktive Element vieler Aktionskarten bringt zusätzliche Würze ins Spiel (so manches Unternehmen muss vorzeitig abgebrochen werden). Nicht selten bauen beide Spieler sogar am selben Turm. Dann werden die Bausteine einer Farbe schnell knapp, und man muss sich entscheiden, ob man volles Risiko geht oder sich lieber mit einer Baustufe weiter unten begnügt, um am Ende nicht mit ganz mit leeren Händen dazustehen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn z.B. nur noch eine Stufe eines Turmes gebaut werden kann oder die Stufen weit auseinander liegen ( 4 und 8). Denn mit einem 8er Turm darf ich keine 4er Stufe mehr bauen und mein ganzer Einsatz war umsonst.

Insgesamt bietet Firenze nichts wirklich Neues und die Abläufe unterscheiden sich von Partie zu Partie nur minimal. Aber was man bekommt ist ein sehr gut funktionierendes Spiel mit einfachen Regeln, das zwischendurch immer wieder  gerne auf den Tisch kommen wird, sich aber wohl zum Dauerbrenner nicht eignet.

Ein großes Dankeschön für ein kostenloses Rezensionsexemplar geht an Pegasus Spiele!

Firenze Bild 1 Firenze Bild 2

BEWERTUNG ZU ZWEIT

Firenze ist ein sehr schönes Spiel mit angemessener Spieldauer und Spieltiefe. Das „Can´t Stop“ Prinzip wurde prima in ein etwas taktischeres Spiel umgemünzt. Die destruktiven Elemente des Spiels, die umbedingt  genutzt werden sollten, sind sicherlich nicht jedemanns Sache und zart besaitete Gemüter werden dem Spiel daher nicht so viel abgewinnen können. Mir macht das Spiel jedenfalls zu zweit Spass. Ob es allerdings auf Dauer interessant ist, bleibt abzuwarten.

Pöppelbewertung 4.5

4,5  von 6 möglichen Pöppeln

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