GRAND CRU

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Grand Cru Schachtel

VERLAG : Eggertspiele

JAHR : 2010

SPIELER : 2-5

ALTER : ab 12 Jahren

DAUER : ca. 60-90  Min.

AUTOR : Ulrich Blum

SPIELBESCHREIBUNG

Wer hätte nicht gerne ein schönes Stück Land im Herzen von Frankreich, in Burgund. Dort wo der Weinanbau seit jeher Tradition ist. Wir als Spieler stehen noch ganz am Anfang und versuchen, uns genau dort als Jungwinzer einen Namen zu machen und reich zu werden. Viel mehr als einen Weinberg ohne Reben haben wir zu Beginn aber nicht. Der Rest ist harte Arbeit.

Grand Cru übersicht

Spielvorbereitung:

Der Spielplan mit Versteigerungstabelle für Weinreben und Ausbauten, Nachfragetabelle (für den Wert der Weine), Kreditleiste (wo soll das Geld auch zu Beginn herkommen) und Weinfestleiste (für Sonderaktionen) kommt in die Tischmitte. Jeder Spieler bekommt ein Weingut samt Weinkeller. Auf dem Weingut hat es Platz für 12 Weinreben oder Ausbauten. Im Weinkeller reifen die Weine heran, die man erntet. Neben die Versteigerungstabelle werden zufällig zu Spielbeginn 4 Weinreben (doppelt so viele wie Spieler) und 2 Ausbauten gelegt. Man unterscheidet 5 verschiedene Weinsorten (Farben). Die restlichen Weine und Ausbauten werden verdeckt gemischt und bereit gelegt. Der Rundenmarker wird auf das erste Feld der Rundenleiste gestellt. Der eigene Weinfestmarker wird auf Feld 3 der Weinfestleiste (Prestigepunkte) gelegt. Weinwürfel und Geld werden neben dem Spielplan bereitgelegt.

Spielverlauf:

Zu Beginn des Spiels muss jeder Spieler für sich entscheiden, wie viele Kredite er aufnehmen will. Mindestens einen muss man aufnehmen. Pro Kredit bekommt man 7 France (je mehr Kredite man aufnimmt, desto mehr muss man am Spielende zurückbezahlen). Man hat aber jede Runde erneut die Möglichkeit, Kredite aufzunehmen. Maximal können im Spiel 11 Kredite aufgenommen werden. Wer einen 12. Kredit braucht hat automatisch verloren.

Jede Spielrunde besteht aus 2 Phasen: Ausbau des Weingutes und Jahresende.

Die Phase 1, Ausbau des Weingutes besteht mindestens aus 4 Aktionsrunden.  Die Runden werden durch den Rundenmarker auf dem Spielplan angezeigt . Der Startspieler schiebt in jedes Mal, wenn er am Zug ist, um ein Feld weiter vor. Es können durchaus deutlich mehr Runden werden.

Wer am Zug ist kann eine von 9 Aktionen in  beliebiger Reihenfolge ausführen. Es wird immer abwechselnd gespielt. Zuerst benötigt man eine Weinrebe. Diese erhält man über die Versteigerungsleiste. Man nimmt eine der ausliegenden Reben (oder Ausbauten) und legt sie auf die Leiste und markiert die Höhe des eigenen Gebotes. Grand Cru PlanAlternativ kann man auch ein Gebot des Gegnspielers erhöhnen oder, wenn man nicht überboten wurde, die Rebe für das gebotene Geld auf seinem Weingut platzieren und einen Weinwürfel darauf legen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann auch einen Direktkauf zu einem festen Preis von 7 France (was ziemlich teuer ist) vornehmen. Hat man es geschafft, eine Weinrebe erfolgreich  auf seinem Weingut zu platzieren, kann man für einen  France die Aktion „Weinlese“ durchführen und den Weinwürfel in den Weinkeller auf das  linke Weinfass legen. Im Weinkeller muss der Wein reifen, was er immer am Jahresende macht. Liegt ein Weinwürfel mit der richtigen Farbe im dazu passenden Fass, ist er reif und kann verkauft werden, und zwar zum aktuellen Kurs der Nachfrageleiste. Der verkaufte Wein kommt in das entsprechende eigene Fass auf dem Spielplan und der Wert des Weines wird auf der Nachfragleiste um eine Stufe reduziert. Man  hat jederzeit die Möglichkeit (als eine Aktion), den Wert einer Weinsorte  um ein Feld auf der Nachfrageleiste zu erhöhen. Anstatt eine Weinrebe zu ersteigern, kann man auch Ausbauten ersteigern, die ebenfalls auf ein Feld im Weingut platziert werden und die unter anderem diverse Vergünstigungen bei der Ernte oder beim Verkauf von Wein bringen können. Wer nichts mehr machen will, passt und kann in dieser Runde nicht mehr aktiv werden und muss warten bis der Gegner fertig ist oder die Bedingungen für das Jahresende erfüllt sind.

Phase 2, Jahresende:

Wurden mindestens 4 Runden gespielt und ein Spieler hat seinen letzten Weinwürfel auf dem Weingut geerntet, folgt das Jahresende (bevor nicht mindestens 4 Runden gespielt wurden, darf der letzte Weinwürfel nicht geerntet werden). Der andere Spieler darf noch genau eine Aktion ausführen. Am Jahresende passieren folgende Dinge:

Die noch übrigen Plättchen auf der Ersteigerungsleiste, die nicht zur Versteigerung kamen, werden abgelegt und es werden zufällig neue Plättchen gezogen. Danach folgt das Weinfest. Wer den meisten Wein einer Sorte in diesem Jahr verkauft hat, bekommt 3 Prestigepunkte (der Zweite 1 Punkt). Jede Weinsorte wird seperat betrachtet. Für Prestigpunkte kann man sich Sonderaktionen kaufen. Jede Aktion steht dabei nur einmal zu Verfügung ( z. B. einen nicht reifen Wein verkaufen, Nachfrage für einen Wein erhöhen oder eine zusätzliche Ernte durchführen). Haben beide Spieler gepasst, ist das Weinfest zu Ende und der Wein in den Weinfässern des eigenen Weingutes reift. Die Weinwürfel werden um ein Fass nach rechts verschoben. Danach müssen für aufgenomme Kredite Zinsen bezahlt werden, und es besteht die Möglichkeit neue Kredite aufzunehmen oder Kredite zurückzuzahlen. Zuletzt wird auf jede Weinrebe wieder in Weinwürfel gelegt. Wo bereits einer liegt (weil er in der letzten Runde nicht geerntet wurde) kommt kein weiterer dazu.

Spielende:

Das Spiel endet, wenn ein Spieler seinen letzten Kredit zurückbezahlt hat oder wenn ein Spieler einen 12. Kredit aufnehmen müsste um seine laufenden Kosten (Zinsen) bezahlen zu können. Wer jetzt das meiste Geld besitzt gewinnt. Für jede Weinrebe/ jeden Ausbau bekommt man nochmal 5 France und für jeden Weinwürfel im Weinkeller 1 France.

SPIELGEFÜHL

Grand Cru entpuppt sich bei uns als sehr trockener Wein, dem es an der gewissen lieblichen Süße fehlt. Die Mechanismen funktionieren zwar alle reibungslos und sind auch irgendwie interessant, aber insgesamt wenig spannend.  Das Ersteigern der Weinreben ist ein nüchternes Würfelgeschiebe, das gerade zu zweit mangels Konkurrenz selten für überschwengliche Begeisterung sorgt. Grand Cru In vino vertiasMeist bekommt man den Wein relativ günstig. Im Verlauf der Partie, wenn jeder schon einige Weinreben besitzt, wird diese Aktion nur noch sehr selten verwendet. Ernte, Verkauf und Reife des Weins läuft immer nach dem gleichen Schema ab, und die Preisanpassungen auf der Nachfrageleiste können hier auch nicht für Spannung sorgen. Bei diesem Spiel ging es uns in jeder Partie gleich. Nach mindestens 60 Minuten Würfelgeschiebe ersehnt man das Spielende herbei und hofft, dass es einem gelingt, den letzten Kredit zurückzuzahlen. Uns waren die Partien für das gebotene Spiel zu lang und es fehlt ausreichend Würze, die den Spannungsbogen aufbauen könnte.

Material und Grafik sind schön, zweckmässig und passen insgesamt zum nüchternen Gesamterscheinungsbild des Spiels. Wer gerne viel rechnet und optimiert und weniger auf das Gesamtspielgefühl im Spiel Wert legt, wird hier sicherlich gut bedient (zum Verständnis: ich kann auch mit den ganzen 18xx Spielen nichts anfangen). Mit mehr Spielern kann durch verstärkte Konkurrenz mehr Spannung aufkommen, zu zweit sollte man das Spiel aber umbedingt vor dem Kauf  ausprobieren.

Grand Cru Bild 1 Grand Cru Bild 2

BEWERTUNG ZU ZWEIT

Mit diesem Spiel wurden wir einfach nicht richtig warm. Es ist technisch zwar gut umgesetzt und die Mechanismen funktionieren, der Spielablauf ist aber zu eintönig für die Spieldauer und ein Spannungsbogen will sich nicht so recht aufbauen. Hier gibt es einfach viel zu viele bessere Spiele des Jahrgangs, denen ich an dieser Stelle den Vorzug geben würde. Wer ein richtig gutes Weinanbauspiel spielen möchte, sollte sich mal an „Vinhos“ von What´s your game? wagen.

Pöppelbewertung 3.5

3,5  von 6 möglichen Pöppeln

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GRAND CRU, 4.0 out of 6 based on 2 ratings

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