BOHN CAMILLO

VERLAG : Lookout Spiele

JAHR : 2011

SPIELER : 2

ALTER : ab 12 Jahren

DAUER : ca. 30-45  Min.

AUTOR : Sascha Hendriks & Uwe Rosenberg

SPIELBESCHREIBUNG

Zwei absolute Klassiker werden in Bohn Camillo miteinander verschmolzen. Zum einen das erfolgreiche Kartenspiel Bohnanza aus dem Jahre 1997 und zum anderen die Geschichten von Priester Don Camillo und Bürgemeister Peppone aus den 50er Jahren, die schlitzohrig im ständigen Clinch miteinander lagen. Die Spieler schlüpfen in die Rollen von Bohn Camillo und Pebbohne und werden sich im Laufe des Spiels gegenseitig so manche Steine in den Weg legen.

Spieleinstieg:

Um Bohn Camillo spielen zu können wird das Grundspiel „Bohnanza“ benötigt. Die Karten werden, wie im Grundspiel gemischt und als verdeckter Nachziehstapel bereitgelegt. Ergänzt werden die Karten um eine neue Bohnensorte „die Heilig-Geist Bohne“. Jeder Spieler hat 4 Bohnenfelder zur Verfügung und bekommt 5 Bohnenkarten auf die Hand. Zusätzlich bekommt jeder Spieler ein Ablagefeld für Aktionskarten. Ein zweiter verdeckter Kartennachziehstapel mit 23 Aktionskarten ( es gibt 7 verschiedene Sorten) wird gebildet.

Spielverlauf:

Grundsätzlich gelten die Regeln des Grundspiels Bohnanza. Der Spielzug eines Spielers unterteilt sich in 4 Phasen. in Phase 1 müssen 1 bis 2 Karten von der Hand auf die eigenen Bohnenfelder angebaut werden.

In Phase 2 werden 2 Karten vom verdeckten Nachzugstapel aufgedeckt. Diese muss der aktive Spieler entweder selbst anbauen oder dem Gegenüber schenken. Verschenkt werden können aber nur Karten, die der Gegenüber gerade anbaut. Dafür muss ein Gegengeschenk gemacht werden und zwar ein Karte aus der Kartenhand des Gegners die aktive Spieler gerade anbaut. Spielt man mit Tauschgeschäften, was die Spielvariante „Handel“ grundsätzlich zuläßt, kann man wie im Grundspiel mit dem Gegner über die 2 ausliegenden Karten auch ein Tauschgeschäft vereinbaren. Sind die beiden Karten untergebracht werden in Phase 3  insgesamt 3 Bohnenkarten auf die Hand nachgezogen. In Phase 4 können dann beliebig viele eigene Aktionskarten ausgespielt werden. Doch wie kommt an Aktionskarten?

Jedes mal wenn ein Bohnenfeld abgeerntet wird, was grundsätzlich in jeder Phase des Spiels möglich ist, und man mindestens 2 Karten davon als Gewinn behalten kann, bekommt man eine Aktionskarte vom verdeckten Nachzugstapel. Diese Karten werden auf das  Ablagefeld für Aktionskarten verdeckt ablegt. Man kann jederzeit die Karten anschauen und in unterschiedlicher Reihenfolge ausspielen. Ausgespielte Karten werden offen auf dem Ablagefeld für Aktionskarten gestapelt.

Eine Besonderheit im Spiel bilden die „Roten Bohnen“ des Grundspiels und die neue Bohnensorte “ Heilig-Geist-Bohne“. Bohn Camillo kann keine roten Bohnen anbauen und umgekehrt Pebbohne keine Heilig-Geist Bohnen. Diese Bohnensorten können nur ohne Gegenleistung verschenkt werden und müssen durch den Gegenüber immer angebaut werden, auch wenn aktuell kein Bohnenfeld dafür vorgesehen ist.

 

Spielende:

Ist der Nachzugstapel  der Bohnenkarten, während der Phase 2 oder 3, ein 3. Mal durchgespielt worden, endet das Spiel am Ende der Phase. Die Bohnefelder werden ein letztes Mal abgeerntet. Wer jetzt die meisten Bohnentaler gesammelt hat gewinnt das Spiel.

SPIELGEFÜHL

Bei Bohn Camillo kommt, entgegen der bisher erschienenen eingständigen 2 Personenvarianten „Al Cabohne“ aus dem Jahr 2000 und „Kannibohn“ aus dem Jahr 2006 echtes Bohnanzafeeling auf. Endlich wird das Grundspiel auch für 2 Spieler zugänglich und durch die Würze der Aktionskarten um eine ordentliche Brise Ärgerpotential erweitert. Da kann man auch verschmerzen, das zu Zweit natürlich der Handelsmechanismus nur eine untergeordnete Rolle spielt .

Die 7 verschiedenen Aktionskarten haben sehr unterschiedliche Auswirkungen auf das Spiel. Meist kann man Karten von Feldern oder der Kartenhand des Gegners stehlen oder man zwingt den Gegner ein Bohnenfeld sofort zu ernten.

Am interessantesten ist aber die Karte „Schlagabtausch“, die ein echter Gewinn für Bohnanza darstellt. Der Schlagabtausch ist eine Art Spiel im Spiel. Jeder Spieler wählt geheim 3 beliebige Karten aus seiner Kartenhand aus und startet damit ein Stichspiel BohnCamillo vs. Pebbohne! Wer die Aktionskarte gespielt hat, muss die erste Karte legen. Am Ende des Stichspiels kann jeder für sich entscheiden, welche der gewonnen Karten er anbaut oder entsorgt. Es besteht keine Pflicht gewonnene Karten anzubauen.

Der Schlagabtausch hat mehrere Effekte. Zum einen kann man ungeliebte Karten aus der Kartenhand schnell und unkompliziert loswerden, um in der nächsten Anbauphase aus dem vollen schöpfen zu können. Anderseits ist es auch eine gute Möglichkeit schnell ein paar „starke“ Karten anzubauen und gleich zu ernten, bevor der Gegner eine  Intrige mit einer anderen Aktionskarte startet. Nicht zuletzt kann man bei gut ausgewählten Stichkarten auch die Kartenhand des Gegners so schwächen, dass dieser in der nächsten Anbauphase nicht mehr die richtigen Karten zur Verfügung hat.

Abzuwägen welche dieser Möglichkeiten für einen im Moment die richtige ist, ist nicht immer einfach. Spielt man vor dem Schlagabtausch aber einen „Spitzel“ aus, bekommt man einen guten Überblick über die Kartenhand des Gegners. Aber wehe der Gegner hat eine Aktionskarte „Gottes Bohn“ in seiner Ablage. Dann ist jeder noch so gute Plan schnell zu Nichte gemacht, aber dass muss jeder selber herausfinden…..

 


BEWERTUNG ZU ZWEIT

Fast 15 Jahre nachdem Bohnanza die spielerische Welt erblickte, ist es endlich gelungen eine gute Variante für 2 Spieler zu entwickeln, die auf dem Grundspiel aufbaut und richtig Spaß bringt, ohne das Grundprinzip all zu sehr zu verwässern. Das Beste aus der 2006er „Kannibohn“  2-er Variante wurde geschickt mit den Grundelementen von Bohnanza kombiniert und  etwas nachgewürzt. Daumen rauf beim Bohnenkauf!

Pöppelbewertung 5

5  von 6 möglichen Pöppeln

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