RAPA NUI

VERLAG : Kosmos

JAHR : 2011

SPIELER : 2-4

ALTER : ab 10 Jahren

DAUER : ca. 40  Min.

AUTOR : Klaus-Jürgen Wrede

SPIELBESCHREIBUNG

Der Nationalpark „Rapa Nui“ gehört bereits seit 1995 zum Weltkulturerbe der Unesco. Landschaftlich sehr schön gelegen sind die Osterinseln im Südostpazifik beheimatet. Immer wieder sind die Osterinseln Schauplatz für Brettspiele. Das neuste Werk von Klaus-Jürgen Wrede kommt dabei in der praktischen und quadratischen kleinen Kosmosschachtel daher. Wir sind mächtige Stammesführer, die ihr Dorf durch Zuwanderung von unterschiedlichsten Personen (Holzfäller, Jäger & Sammler oder Priester) vergrößern. Durch den Bau von Moai gelangt der Stamm zu Ruhm und es werden Opferrunden für die Götter ausgelöst. Wer am Spielende die wertvollsten Opferkarten besitzt und die meisten Ruhmespunkte sammeln konnte, wird der einflussreichste Stammesführer auf den Osterinseln und gewinnt das Spiel.

Spieleinstieg:

Jeder Spieler beginnt mit einem Holzfäller in der persönlichen Auslage und 3 unterschiedlichen Jäger- und Sammlerkarten auf der Hand. Die restlichen Karten bilden den Nachziehstapel. In die allgemeine Auslage werden 4 Spalten zu 4 Karten ausgelegt. Von dieser Auslage können die Spieler Personen in den eigenen Vorrat bekommen. Neben Holzfällern, 4 unterschiedlichen Arten von Jägern & Sammler, gibt es noch Priesterkarten und Moai-Karten. Jeder Art von Jäger & Sammlerkarte sind Opferkarten zugeordnet. So bekommt man z. B über einen Jäger & Sammler Fisch und über einen anderen Getreide. Die unterschiedlichen Stapel mit Opferkarten werden bereitgelegt. Eine Opferkarte seiner Wahl und je nach Spielerreihenfolge eine gewisse Anzahl an Holz bekommt jeder Spieler zu Beginn in seinen Vorrat. Der Opferstein wird in die Mitte des Spielplans gelegt.

Spielverlauf:

Wer am Zug ist, kann vor der eigentlichen Aktion optional eine Opferkarte kaufen. Der Kaufpreis der Opferkarte ist abhängig von der Anzahl an Jäger & Sammler Karten der entsprechenden Sorte in der persönlichen Auslage. Hat man keine, kostet die Karte 5 Holz. Für jede Jäger & Sammler Karte  in der Auslage wird die Opferkarte um ein Holz günstiger.Im besten Fall ist die Karte dann kostenlos.

Danach folgt die eigentliche Aktion. Sie besteht aus zwei Teilen:

Teil 1:

Als erstes muss man immer eine Karte aus der Hand in die persönliche Auslage legen. Karten gleicher Sorte kommen immer in eine Reihe. Das Auslegen eines Holzfällers oder eines Priesters ist kostenlos. Von den Jäger- & Sammlerkarten einer Sorte können bis zu 3 auf einmal ausgelegt werden. Dabei ist aber nur die erste kostenlos, jede weitere kostet ein Holz zusätzlich. Der Bau eines Moai mit einer Moai-Karte ist deutlich teurer. Hier müssen 7 Holz investiert werden. Allerdings bringt jeder Moai in der eigenen Auslage am Spielende auch 4 Prestigepunkte, während die anderen Karten am Spielende nichts mehr wert sind. Baut man einen Moai, folgt sofort danach eine Opferrunde. Bei allen anderen Karten passiert nichts. Wird eine Opferrunde ausgelöst, muss jeder Spieler eine seiner Opferkarten auf den Opferstein offen auslegen. Der Spieler der die Opferrunde ausgelöst hat, legt seine Karte verdeckt auf den Opferstein und zusätzlich eine Opferkarte aus dem allgemeinen Vorrat offen auf den Stein.

Je mehr Opferkarten einer Sorte geopfert werden, desto wertvoller sind die auf der Hand verbliebenen Opferkarten der Sorte am Spielende.

Teil 2:

Hat der Spieler seine Karten ausgelegt und wurde evtl. eine Opferrunde gespielt, muss der Spieler genau so viele Karten aus der allgemeinen Auslage ( 4 Spalten a 4 Karten) nachziehen, wie er ausgelegt hat. Nachziehen darf man immer nur die unterste Karte einer Reihe. Durch das Nachziehen der Karte wird eine Wertung ausgelöst. Und zwar wird jetzt genau die Karte gewertet, die durch das Nachziehen freigelegt wird. Die Wertung betrifft immer alle Spieler.

Wird zum z.B. ein Holzfäller freigelegt, bekommen beide Spieler für ihre ausliegenden Holzfäller je ein Holz. Wer die meisten Holzfäller hat bekommt ein zusätzliches Bonusholz. Beim Priester bekommt man Ruhmespunkte, beim Moai Ruhmespunkte oder Holz und bei den Jäger & Sammlern bekommt man Opferkarten der entsprechenden Sorte. Allerdings bekommt man immer nur genau ein Opferkarte einer Sorte und nicht für jeden Jäger & Sammler eine Karte. Wer aber die Mehrheit einer Sorte hat, bekommt eine zweite Opferkarte zusätzlich.

Um den Bonus bekommen zu können, muss man aber immer mindestens 2 Karten einer Sorte in seiner Auslage liegen haben.

Danach werden die Kartenreihen in der allgemeinen Auslage wieder nachgefüllt, bis in jeder Spalte wieder 4 Karten liegen. Danach folgt der nächste Spieler mit seinem Zug.

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Spielende:

Das Spiel endet sofort, wenn der Nachziehstapel der Karten durch das Auffüllen der 4 Spalten leer wird. Danach folgt die Schlusswertung. Jetzt werden die Prestigepunkte zusammengezählt. Dazu gehören die Prestigepunkte, die man im Spielverlauf z.B. durch den Priester bekommen hat, die Punkte auf den gebauten Moaikarten und für je 5 Holz bekommt man auch nochmal 1 Punkt. Zuletzt folgt die Auswertung des Opfersteins. Die Opferkarten auf dem Opferstein werden nach Sorten sortiert und ihre Anzahl gezählt. Die am häufigsten geopferte Sorte ist jetzt pro Karte im eigenen Vorrat 3 Punkte wert, die zweithäufigste 2, die Dritte einen Punkt. Für die Sorte, die am wenigsten geopfert wurde, gibt es keine Punkte. Sind Sorten gleich oft geopfert worden, sind sie auch gleichviel wert. Die nachfolgende Sorte bekommt den nächstniedrigeren Wert. So kann es passieren, dass auch die am wenigsten geopferte Sorte noch Punkte bringt.

Wer jetzt in der Summe die meisten Prestigepunkte besitzt gewinnt das Spiel.

SPIELGEFÜHL

Moai ist ein sehr eingängiges und stimmiges Spiel. Spätestens nach der ersten Partie ist jedem Spieler klar, worauf es im Spiel ankommt. Die Spielkarten sind optisch ansprechend gestaltet, die Regel ist klar strukturiert und läßt keine Fragen offen. Dadurch, dass beim Auslösen einer Wertung am Ende des Zuges eines Spielers immer beide Spieler betroffen sind, kommt für den einzelnen Spieler nie Leerlauf auf. Man ist immer beteiligt und hat immer zu tun. Es ist somit ausreichend Interaktion zwischen den Spielern geboten.

Die Kartenauslage des Gegenüber muss immer genau beobachtet werden, schließlich will man keine Wertung auslösen, die dem anderen mehr bringt als einem selbst. Doch genau da liegt das Problem. Manchmal kann man, zur Freude des Gegners, gar nicht anders, als eine Wertung zu den eigenen Ungunsten auszulösen. Wenn man z.B. kein Holz mehr hat, aber dringend welches benötigt um weiter Aktionen machen zu können, sieht man auch darüber hinweg, dass der Gegner in einer Runde mehr Holz bekommt, als man selbst.

Mit den Opferrunden hat man auch regelmäßig sein persönliches Dilemma. Einerseits will man eine bestimmte Sorte an Opferkarten nach vorne bringen, anderseits will man dafür natürlich nicht zu viele eigene Karten investieren, sonst hat man zwar eine Kartensorte in der Schlusswertung vorne, aber man hat nicht mehr genug Karten auf der Hand um daraus auch noch Profit zu schlagen. Also versucht man durch den Bau von Moai und der folgenden Opferrunde die richtigen Karten über den allgemeinen Vorrat zu opfern. Doch auch der Bau von Moai ist anstrengend und kostenintensiv und gelingt nicht immer.

Das Spiel ist aber dennoch nicht übermäßig komplex oder kompliziert. Die Möglichkeiten, die man hat, sind überschaubar und wiederholen sich immer wieder. Karten nehmen, Karten ausspielen, Wertungen auslösen. Die Spielverläufe sind daher jedes Mal ähnlich und bieten wenig Abwechslung, so dass man, wenn man das Spiel ein paar Mal gespielt hat, auch gerne mal wieder was anderes spielt. Hat man allerdings das Spiel länger nicht gespielt, macht es wieder Spaß wie beim ersten Mal…


BEWERTUNG ZU ZWEIT

Rapa Nui ist ein schönes, kleines Kartenspiel mit sehr interessantem Mechanismus. Genau das Richtige für eine halbe Stunde zwischendurch. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ich spiele es jederzeit gerne mit. Der Sprung zum Dauerbrenner wird dem Spiel dennoch verwehrt bleiben. Dafür gibt es dann doch zu viele andere Spieler, die ich auch gerne spiele und mich mehr fesseln und fordern.

4,5  von 6 möglichen Pöppeln

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RAPA NUI, 5.0 out of 6 based on 4 ratings

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