LE HAVRE

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VERLAG : Lookout Games

JAHR : 2008

SPIELER : 1-5

ALTER : ab 12 Jahren

DAUER : ca. 90 -120 Min.

AUTOR : Uwe Rosenberg

SPIELBESCHREIBUNG

Le Havre ist ein Wirtschaftsspiel rund um den Hafen in der Stadt Le Havre. Wir handeln mit Waren, bauen oder nutzen Industriegebäude um unsere Rohstoffe gewinnbringend zu verarbeiten und zu veredeln. Nach jeder der insgesamt 14 Runden (in der Komplettversion) müssen wir Nahrung für unsere Hafenarbeiter abgeben. Durch den Bau von Transportschiffen kann die Nahrungsversorgung vereinfacht werden. Wer am Ende des Spiels am besten gewirtschaftet, sprich sich die meisten Siegpunkte gesichert hat, gewinnt das Spiel.

Die einzelnen Spielzüge sind denkbar einfach:

1. Nachschub, 2. Hauptaktion und 3. evt. Zusatzaktion.

Im Hafen gibt es sieben Wasserfelder, die als Nachschubfelder dienen. Jeder Spieler bewegt sein eigenes kleines Holzschiff, wenn er am Zug ist auf das nächste freie Nachschubfeld weiter. Auf jedem Nachschubfeld sind 2 Standardwaren abgebildet, die nun auf die entsprechenden Angebotsfelder (sieben Standardwaren wie z.B. Holz oder Fisch gibt es) im Hafen gelegt werden. Der Spieler am Zug hat nun die Möglichkeit in seiner Hauptaktion entweder alle Waren, die auf einem Angebotsfeld liegen, zu nehmen und in seinen Vorrat zu legen oder eines der Gebäude, die bereits im Spiel sind zu nutzen um seine Waren zu verarbeiten oder zu veredeln. Veredeln heißt z.B. aus Eisen Stahl zu fertigen durch Nutzung des Stahlwerks.

Zu Spielbeginn gibt es nur wenige Gebäude, die durch die Stadt Le Havre bereits gebaut wurden und somit nutzbar sind. Weitere Gebäude können aber durch die Spieler in einer Zusatzaktion in jedem Spielzug gekauft oder gebaut werden. In beiden Fällen kommt das Gebäude in die eigene Auslage und kann dann in der Hauptaktion durch die Spieler genutzt werden. Jedes eigene Gebäude bringt Siegpunkte (je nach Wertigkeit des Gebäudes). Der generische Spieler kann die Gebäude in der eigenen Auslage ebenfalls nutzen, muss hierfür aber einen kleinen Obulus in Form von Nahrung oder Geld an den Spieler bezahlen. Jedes Gebäude kann in einem Spielzug nur von einem Spieler genutzt werden.

Schiffe können ebenfalls über die Zusatzaktion gekauft oder gebaut werden. Am Anfang gibt es nur Holzschiffe, mit zunehmenden Fortschritt des Spiels können auch Stahlschiffe bis hin zum Luxusliner gebaut werden. Schiffe bringen einem Spieler Siegpunkte und dauerhafte Vorteile in der Nahrungsversorgung der Arbeiter, denn sie reduzieren die Nahrung, die nach jeder Spielerunde (die beendet ist, wenn die sieben Nachschubfelder durch die Spieler abgearbeitet wurden) durch die Spieler abgeben werden müssen. Jede Runde wird etwas mehr Nahrung benötigt. Hat man die benötigte Nahrung nicht, kann man auch Geld bezahlen, hat man das auch nicht, bleibt nichts anderes übrig, als Schulsscheine aufzunehmen, die am Spielende Minuspunkte bringen (wenn man sie nicht zurückzahlt).

Nach 14 Runden ist das Spiel zu Ende und es wird geschaut welcher Spieler die meisten Siegpunkte durch eigene Gebäude und Schiffe und Bargeld erwirtschaftet hat. Sämtliche Handelswaren sind am Spielende wertlos.

SPIELGEFÜHL

Anders als bei Agricola, dem preisgekrönten letzten Spiel von Uwe Rosenberg, dass im Übrigen zu Zweit auch hervorragend funktioniert, ist der Spieleinstieg aus meiner Sicht bei Le Havre einfacher. Man muss sich nur auf zwei Dinge konzentrieren. Nach jeder Runde genug Nahrung für die Versorgung der Arbeiter zu haben und gleichzeitig versuchen seinen eigenen Warenhandel möglichst gewinnbringend ins Laufen zu bringen. Klingt simpel!

Sowohl das eine, als auch das Andere entpuppt sich aber in der Umsetzung als äußerest schwierig, denn in jeder Runde kommt man max. viermal zum Zug und kann dann jeweils meist nur genau eine Aktion durchführen,was dazu führt, dass nicht alle ergeizigen Vorhaben in einer Runde erledigt werden können. Was die Runde ist schon zu Ende? Ich wollte doch aber noch in der Schlachterei meine Kühe in Fleisch umwandeln um die Nahrung bezahlen zu können und außerdem wollte ich doch noch im Stahlwerk Eisen zu Stahl verwandeln um mir damit ein Stahlschiff bauen zu können und wieso muss mein Gegenüber ausgerechnet jetzt den Lehmhaufen im Angebotsfeld nehmen, den hätte ich doch so gut gebrauchen können, um damit …….

Oftmals führt es dazu, dass man improvisieren muss, um das Beste aus seinem Zug herauszuholen. Mit fortschreitender Dauer des Spiels, lassen sich aber manche Spielzüge und Produktionsketten leichter verwirklichen, zumal sich die Situation um die Nahrungsbeschaffung gegen Ende des Spiels meist entspannt.

Manch einer bemängelt bei diesem Spiel die lange Spieldauer, was im Mehrpersonenspiel sicherlich ein Problem werden kann. Zu Zweit allerdings, sind wir bei zügigem Spiel, bisher immer unter 2 Stunden geblieben und es kam zu keinem Zeitpunkt Langeweile oder Leerlauf auf.

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BEWERTUNG ZU ZWEIT

Perfekt! Alle Mechanismen greifen ausgezeichnet ineinander. Die Spielzeit vergeht wie im Flug. Die Regeln sind denkbar einfach und lassen einen schnellen Spieleinsteig zu, trotzdem ist das Spiel sehr anspruchsvoll und jedes mal aufs Neue eine Herausforderung.Für mich das bessere Agricola!!

Pöppelbewertung 6.0

6 von 6 möglichen Pöppeln

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LE HAVRE, 6.0 out of 6 based on 3 ratings
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2 comments on “LE HAVRE

  1. …geniales Spiel, das noch besser würde, wenn es einen Mechanismus gäbe, bei dem es sich lohnen würde kurzzeitige Koalitionen mit Mitspielern einzugehen, um an Rohstoffe zu kommen bzw. Beschaffungsaktionen anderer zu verhindern etc….vielleicht beim nächsten Coup…!

  2. Hallo,
    wir haben das Spiel zu Weihnachten gespielt. Mein Schwiegersohn brachte es mit und hatte es schon mehrmals mit meiner Tochter gespielt. Wir brauchten 3 einhalb Stunden. Mein Sohn (34) und ich fanden nie ins Spiel. Absolut unübersichtlich! Viel zu viele Sachzwänge! Erneut ein Spiel mit Rohstoffen. Ja, gibt es denn keines mehr ohne? Genial, was da Uwe Rosenberg entwickelt hat, nur frage ich mich, für welche Zielgruppe. Nein, keine angenehmen Spielstunden!

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