BOMBAY

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VERLAG : Ystari

JAHR : 2008

SPIELER : 2-5

ALTER : ab 10 Jahren

DAUER : ca. 30 Min.

AUTOR : Cyril Demaegd

SPIELBESCHREIBUNG

Das neuste Werk aus dem Hause Ystari heißt Bombay und spielt in Indien. Wir sind Kaufleute und bereisen auf dem Rücken unserer Elefanten das Land, um Seidenstoffe zu handeln. Hierzu kaufen wir die Waren auf den Märkten ein und versuchen sie gewinnbringend in den Städten wieder zu verkaufen. Ziel ist, wie könnte es auch anders sein, der angesehenste, sprich wirtschaftlich erfolgreichste Kaufmann zu werden. Oder einfacher ausgedrückt: wer das meiste Geld hat, gewinnt.

Wie geht man vor?

Eine Partie Bombay besteht aus vier Sätzen zu je vier Spielrunden. In jeder Spielrunde hat jeder Spieler genau 3 Aktionspunkte für seinen Zug zur Verfügung. Zu Beginn jedes Satzes werden in der sogenannten Nachfüllphase genau neun Seidenballen zufällig aus dem Nachfüllbeutel gezogen und auf den drei Märkten auf dem Spielplan verteilt. Dabei werden die einzelnen Sorten nach Häufigkeit von links (billig) nach rechts (teuer) auf den 3 Märkten verteilt. Die am häufigsten gezogene Sorte, kommt ganz nach links.

Danach beginnt die erste Spielrunde in der jeder Spieler seine drei Aktionen auf fünf Aktionsmöglichkeiten verteilen kann.

A: Passen und eine Rupie kassieren.
B: Seinen Elefanten auf dem Spielplan bewegen.
Jede Bewegung kostet einen Aktionspunkt.
C: Einen Seidenballen in einer Handelsstation kaufen.
Auf dem ganzen Spielplan verteilt gibt es für jede Seidenballenfarbe im Spiel genau eine Handelsstation, die es einem erlaubt, genau einmal pro Spielrunde auf dem Markt einen Ballen zu dem aktuellen Marktpreis einzukaufen und auf seinen Elefanten aufzuladen (max. 2 freie Plätze).
D: Einen Ballen in einer Stadt verkaufen.
Nicht jede Ballenfarbe kann in jeder Stadt verkauft werden. In jeder Stadt gibt es einen Nachfragebarometer aus drei der vier vorkommenden Seidenfarben, der darüber entscheidet, ob und zu welchem Preis verkauft werden kann. Mit jeder dort verkauften Ware verändert sich das Nachfragebarometer und somit der mögliche Erlös für eine Ware.
E: Einen Palast bauen.
Auf dem Spielplan gibt es Felder, auf denen weder eine Handelsstation noch eine Stadt steht, aber eine Palastmarke liegt. Dort hat jeder Spieler die Möglichkeit, einen seiner fünf Paläste zu bauen (Kosten: 1 Aktion + 1 Seidenballen). Belohnung: Man bekommt die Palastmarke, die einem Vorteile (in Form von Geld, Seidenballen oder Marken) bringt. Außerdem bekommt der Besitzer des Palastes, wenn ein anderer Spieler durch diese Feld durchziehen will, eine Rupie aus der Bank. Paläste bringen in Kombination mit Kundenmarken zudem am Spielende bei Mehrheit zusätzliches Geld.

Bislang nicht erwähnt habe ich die Stadtmarken und die Kundenmarken:

Wer als erstes einen Seidenballen in einer Stadt verkauft bekommt die jeweilige Stadtmarke. Wer am Spielende vier Stadtmarken gesammelt hat bekommt acht Rupien, bei drei Stadtmarken immerhin noch vier Rupien.
Verkauft man eine Ware in einer Stadt und die Nachfrage danach ist nur an der 3. Stelle so bekommt man weniger Geld, dafür aber eine Kundenmarke. Kundenmarken bringen am Spielende zusammen mit den Palästen bei Mehrheit 4 Rupien.

Spielende:

Nach vier Sätzen zu je vier Spielrunden ist das Spiel zu Ende und es kommt zur Schlusswertung. Wer jetzt am meisten Geld erwirtschaftet hat, gewinnt.

SPIELGEFÜHL

Wer glaubt, anhand der einfachen Regeln ein allzu simples und einfaches Spiel vor sich liegen zu haben, der sieht sich getäuscht. Sicherlich, die Entscheindungen, die man zu treffen hat, sind nicht kompliziert. Elefant bewegen, einkaufen, verkaufen und vielleicht hin und wieder einen Palast bauen. Doch mit seinen wenigen Zügen immer das Beste für sich rauszuholen ist gar nicht so einfach. Auch wenn man denkt, das 1×1 der Rechenarten durch langjährige Übung zu beherrschen, muss man immer wieder feststellen, dass es alles andere als einfach ist, auf drei zu zählen. Es sind aber immer nur genau drei Aktionen, die man pro Runde ausführen kann und nicht vier, auch wenn man das nicht immer wahr haben will. So zerplatzen manche Träume vom sicher geglaubten Geschäft an der eigenen Unfähigkeit, richtig auf drei zu zählen. Oft ist jedoch der Mitspieler schuld, der einem auf dem Markt den letzten günstigen Seidenballen vor der Nase wegschnappt oder ausgerechnet in der Stadt verkauft und die Nachfrage verändert, so dass man dann seine eigenen hochgesteckten Ziele des teuren Verkaufens begraben kann.
Aber was heißt schon, der Mitspieler ist schuld? Schließlich hätte man die Züge des Gebenüber vorhersehen können und sich rechtzeitig Umorientieren können, aber wer will das schon!

Zu Gewichtig finde ich im Spiel zu Zweit, die Wertung der Stadt-Marken. Hier ist Vorsicht geboten! Im ganzen Spiel sind sechs Stadt-Marken vorhanden. Wer vier sein eigen nennen kann, bekommt am Spielende acht Rupien. Hat man nur drei sind es noch vier Rupien. Da es aber nicht möglich ist sechs Stadt-Marken in 4 zu 3 zu teilen ist das Verhältnis am Spielende nicht selten 8 zu 0 Rupien, was oft Spielentscheidend sein kann. Ziel muss es daher immer sein, zumindest ein Unentschieden in dieser Wertung zu erreichen.

Der Letzte Spielzug im einer Partie ist meist geprägt davon, zu überlegen, was man jetzt noch mit seinen letzten 3 Aktionen raus holen kann (leichter, aber vernachlässigbarer Grübelfaktor). Oft muss man zum Schluss Aktionspunkte verfallen lassen.
Diese kleinen Kritikpunkte, können den positiven Gesamteindruck des Spiels allerdings nicht schmälern. Auch dann nicht, wenn man feststellt, dass die neue Spielschachtel im Regal nicht zu den üblichen Ystarispielen gestellt werden kann, weil man unverständlicherweise auf das „kosmische Quadrat“ umgestiegen ist.

Bombay überzeugt durch einfache Spielmechanismen, schönes Material und einen schnellen Spieleinstieg. Das Spiel eignet sich sowohl für Vielspieler, die gerne mal eine schnelle Reise durch Indien erleben wollen als auch für Familien mit „spielerischer Vorbildung“ im Bereich leicht taktischer Spiele.

bombay2BEWERTUNG ZU ZWEIT

Und wieder hat Ystari zugeschlagen! Bombay ist ein sehr schön ausgestattes, leichtes taktisches Familienspiel. Unter den Ystarispielen würde ich es in die Kategorie „Yspahan“ einordnen. Auf Grund der wenigen Regeln und der kurzen Spielzeit spielt es sich sehr locker und eine Revanche läßt nicht lange auf sich warten. Daumen rauf für Verlag und Spiel!

Pöppelbewertung 5

5 von 6 möglichen Pöppeln

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