PERLENTAUCHEN

 

VERLAG : MOGEL VERLAG

JAHR : 2016

SPIELER : 2-4

ALTER : ab 6 Jahren

DAUER : ca. 10-60 Min.

AUTOR : Familie Loth

SPIELBESCHREIBUNG

Perlentauchen ist das erste Kartenspiel im klassischen Amigo- Kartenspielformat des noch ganz jungen Mogel-Verlags. Es ist ein Familienspiel, dass bereits Kinder ab 6 Jahren gut mitspielen können. Wie der Name des Spiels schon andeutet sind wir Perlentaucher, die in der Tiefsee nach wertvollen Muschelperlen suchen und dabei so manche wiedrigen Umstände zu überstehen haben. Als Taucher nach Muschelperlen zu tauchen ist nämlich harte Arbeit und die Konkurenz um die Schönsten und wertvollsten Perlen ist groß.

Spielverlauf:

Der Spieltisch wird zum Meeresgrund. Insgesamt 25 Muschelkarten mit Perlen in 5 verschiedenen Farben liegen wild verstreut verdeckt auf dem Spieltisch. Zu sehen sind nur verschlossene Muscheln. Nicht in jeder Muschel befindet sich eine Perle. So manche Muschel entpuppt sich im Spielverlauf als alter Schuh.

Als ob es nicht schwer genug wäre in der Tiefsee nach wertvollen Perlen zu tauchen und welche zu finden, hat jeder Taucher auch noch ein bestimmtes Ziel vor Augen, den jeder Spieler bekommt zu Spielbeginn einen Auftrag, der ihm vorgibt bestimmte Kombinationen aus farbigen Perlen  pro Runde zu sammeln (z.B. 4 gelbe und 3 grüne Perlen). Grundsätzlich sind die Aufträge der einzelnen Taucher zwar unterschiedlich, aber bestimmte Perlen wollen in einer Runde immer beide Taucher haben, was die Konkurenz anheizt. Vor Spielbeginn wird festgelegt über wieviele Runden man Spielen möchte. Von 1-10 Runden ist alles möglich. Wer die meisten Runden für sich entscheidet und am Schnellsten in einer Runde seinen Auftrag erfüllt, gewinnt das Spiel. Je nach Spielerzahl sehen die Auftragkarten entsprechend anders aus.

Doch wie kommt man an die Muscheln in der Tiefe ran? Dafür kommen 56 Aktionskarten ins Spiel, die als verdeckter  Nachziehstapel in der Tischmitte bereitgelegt werden.

Zu Beginn des Spiels zieht jeder Spieler 2 Aktionskarten auf die Hand. Der erste Taucher beginnt das Spiel und zieht eine Dritte Aktionskarte auf die Hand. Danach muss er sich entscheiden eine dieser 3 Karten offen auszuspielen.

Die Aktionskarten haben insgesamt 7 unterschiedliche Funktionen, je nach Kartentext.

Die wichtigsten Kartenaktionen sind „Bergen“, „Knacken“ und „Bergen & Knacken“. Mit der Karte „Bergen“ kann ein Spieler eine verschlossene oder bereits geöffnete Muschel vom Meeresgrund nach oben in seine Auslage holen. Mit der Aktion „Knacken“ kann er die gerade geborgene Muschel oder eine am Meeresgrund liegende Muschel öffnen. Der Königsweg ist sicherlich das „Bergen und Knacken“ in einer Aktion zu kombinieren und die Muschel cimg4863sicher und schnell in die eigene Auslage zu bringen. Doch diese Karten sind rar.

Für Interaktion zwischen den Tauchern sorgen die Aktionen „Klauen“ und „Tauschen“. Ja auch unter Tauschern herrscht ein rauhes Klima und ganz schnell wechselt eine Perle den Besitzer. Geschwind holt man sich die benötigte Perle in der Auslage eines Mitspielers oder tauscht einen alten Schuh, den man unnützerweise geborgen hat gegen eine schöne neue Perle aus der Auslage des Gegners ein. Dieser kann den Tausch nicht ablehnen. Wer meint es sei schon anstrengend genug sich gegen die anderen Taucher zu erwähren, der hat die rauhe See unterschätzt, denn auch die Natur macht einem das Leben schwer. Die Aktionskarten „Seebeben“ und „Weggespült“ haben schon so manchen Spieler zu Verzweiflung gebracht. Diese beiden Aktionskarten, müssen, wenn sie vom verdeckten Nachziehstapel gezogen werden, sofort ausgespielt werden.  Das „Seebeben“ sorgt dafür das alle auf dem Meeresboden liegenden Karten wieder neu vermischt und verdeckt werden. Bereits mühsam geknackte aber noch nicht geborgene Schätze sind wieder für längere Zeit verborgen.cimg4865 Die Aktion „Weggespült“, trifft die eigene Auslage. Eine Karte in der Auslage wird zurück ins Meer gespült und wieder verdeckt auf den Meeresgrund platziert. Der Spieler kann zwar selbst entscheiden, welche Karte zurück ins Meer geht. Dummerweise bleiben die unnützen Stiefel immer am Strand liegen….

Hat ein Spieler seine Aktionskarte ausgespielt und die Aktion ausgeführt kommt der nächste Spieler zum Zug und zieht eine dritte Aktionskarte auf die Hand und spielt eine davon aus. Sobald es einem Spieler gelingt, den in der laufenden Runde vorgegebenen Auftrag zu erfüllen ist die Runde zu Ende und eine neue Runde beginnt nach dem gleichen Prinzip. Alle bisher gesammelten Perlen, auch die, die zum Erfüllen des Auftrags der Runde nicht benötigt wurden, werden wieder zusammengemischt und ein neuer Meeresboden ausgelegt.

Spielende:

Gelingt es einem Spieler, die meisten, der vor Spielgebinn vereinbarten Anzahl an Runden zu gewinnen, endet das Spiel. Sollte es einen Gleichstand geben, kann eine finale Runde ausgefochten werden.

SPIELGEFÜHL

Die Grafik des Spiels ist sehr ansprechend und für ein Erstlingswerk eines Kleinverlages rund um gelungen. Klare und übersichtliche Symbolik und eine schöne Gestaltung ziehen die Spieler in die Tiefsee. Die Anleitung lässt keine wesentlichen Fragen offen und ist kurz und prägnant geschrieben.

Das Spiel selbst hinterlässt bei mir ein zwiespältiges Gefühl. Eine Runde ist in der Regel schnell gespielt und mit ein bisschen Übung können auch jüngere Kinder das Spiel gut mitspielen. Weinige  Runden und kurze Spiele bringen viel Spaß. Das die Rundenanzahl individuell angepasst werden kann ist ausgesprochen positiv zu bewerten, da vor allem Kinder im Alter von 6 Jahren, für die das Spiel ja bereits ausgelegt ist, eine längere Spielzeit über viele Runden noch nicht mit voller Aufmerksamkeit mitspielen. Hier reicht es oft eine oder zwei Runden der max. 10 zur Verfügung stehenden Runden zu spielen und das Spiel nach ca. 15-20 Minuten zu beenden. Ich muss gestehen, über die volle Distanz würde ich das Spiel auch nicht spielen wollen. Da steht dann doch das Verhältnis Spieldauer zu Spielreiz in einem Missverhältnis.

Problematischer ist es allerdings, dass ein recht hohes Frustpotential von den Spielern abverlangt wird. Gerade die negativen Ereignisse wie „Klauen“, „Tauschen“ und „Wegspülen“ können gerade Kinder auf eine harte Probe stellen, wenn zu viele dieser Ereignisse auf einmal auf sie zukommen. Eine gewisse Frusttolleranz muss man bei dem Spiel also mitbringen, denn die Karten können einem böse mitspielen. Man kann bis man wieder an der Reihe ist  so ziemlich alles verlieren, was man sich mühsam aufgebaut hat.Hier hätte ich mir gewünscht, dass man bei den Karten „Seebeben“ und „Weggespült“ nicht doppelt bestraft wird. Gerade bei der Karte „Weggespült“ wird einem, wenn man am Zug ist eine Karte weggenommen und man darf auch sonst nicht mehr machen. Als Hausregel lässt es sich aber ohne Probleme einrichten, das man nach so einer Karte einfach einen weiteren Zug ausführen darf. Das mildert den Schaden deutlich ab.

Gerade die „fiesen“ Aktionen wie „Klauen“ und „Tauschen“  bringen aber in Runden mit ältern Spielern die Nötige Würze und Interaktion, denn das immer wiederkehrende Bergen und Knacken alleine wird auf die Dauer etwas eintönig.

Das die Rundenanzahl individuell angepasst werden kann ist ausgesprochen positiv zu bewerten, da vor allem Kinder im Alter von 6 Jahren, für die das Spiel ja bereits ausgelegt ist, eine längere Spielzeit über viele Runden noch nicht mit voller Aufmerksamkeit mitspielen. Hier reicht es oft eine oder zwei Runden der max. 10 zur Verfügung stehenden Runden zu spielen und das Spiel nach ca. 15-20 Minuten zu beenden. Ich muss gestehen, über die volle Distanz würde ich das Spiel auch nicht spielen wollen. Da steht dann doch das Verhältnis Spieldauer zu Spielreiz in einem Missverhältnis.

Perlentauchen macht somit in uneterschiedliche Länge (1-10 Runden) und unterschiedlicher Besetzung (jung / alt) auch unterschiedlich Spaß. Was für einem am Besten passt, kann und sollte jeder für sich herausfinden.

Vielen Dank an den Mogel-Verlag für ein kostenloses Rezensionsexemplar!

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BEWERTUNG ZU ZWEIT

Perlentauchen macht vor allem mit nur wenigen gespielten Runden (1-2) pro Partie Laune. Dann ist es ein klassisches Kartenspiel für zwischendurch und muss sich nicht verstecken. Auch jüngere Kinder können dem Spiel dann gut folgen und haben ihren Spaß. Mehr als 4-5 Runden würde ich das Spiel nicht spielen wollen, dann wird es deutlich zu lang und zu eintönig. Da man die Anzahl der Runden aber individuell bestimmen kann, ist das kein Problem. Eine gewisse Frusttolleranz muss man bei dem Spiel allerdings mitbringen. Den die Karten können einem böse mitspielen. Mit einer kleine Hausregel lässt sich dem aber entgegenwirken. Ich würde Perlentauchen in Partien mit wenigen Runden jederzeit wieder mitspielen.

Pöppelbewertung 4

4  von 6 möglichen Pöppeln

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