HANDELSFÜRSTEN – HERREN DER MEERE

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VERLAG : Pegasus Spiele

JAHR : 2007

SPIELER : 2-4

ALTER : ab 12 Jahren

DAUER : ca. 30 Min.

AUTOR : Reiner Knizia

SPIELBESCHREIBUNG

16. Jahrhundert. Amerika Ist entdeckt. Der Handel mit Gewürzen blüht. Große Handelsschiffe transportieren Gewürze durch die halbe Welt. Jeder Spieler schlüpft in die Rolle einer Kaufmannsfamilie und versucht durch geschickten Warentausch und Einsatz von Warenkarten möglichst große Gewinne zu erzielen.

Aller Anfang ist schwer. Jeder Spieler startet mit 2 Schiffen, 3 Warenkarten auf der Hand und keinem Geld. Immerhin darf man jedes Schiff mit je einem Warenstein beladen (mehr passt auch auf kein Schiff drauf). In der Tischmitte werden zufällig 6 Warenkarten offen ausgelegt, Sie repräsentieren die aktuelle Nachfrage der einzelnen Gewürze (6 unterschiedliche Sorten gibt es).

Der Handel kann beginnen! Die Zugmöglichkeiten eines Spielers sind schnell beschrieben:

Phase 1: Der Spieler am Zug kann entweder einen Warenstein von einem eigenen Schiff durch einen anderen Warenstein aus dem Vorrat austauschen, eine Sonderkarten kaufen oder passen. Es gibt 4 Sonderkarten: Ein weiteres Schiff, dass sofort beladen werden kann und die eigene Flotte erweitert, einen Kontor der einem pro Runde immer eine Warenkarte sichert, einen Hafenarbeiter, der es erlaubt einen weiteren Warenstein pro Runde zu tauschen oder das Handelsabkommen, was einem bei einer Wertung zusätzlich 2 Gold einbringt.

Phase 2: Der Spieler am Zug kann zwischen 2 Aktionen wählen. Entweder spielt er eine oder mehrere Warenkarten einer Farbe aus seiner Hand aus und verändert durch überdecken die Warennachfrage in der Tischmitte. Damit löst der Spieler eine Wertung aus. Alle Spieler, die Warensteine dieser Farbe auf ihren Schiffen haben, erhalten pro Warenstein und pro ausliegender Warenkarte 1 Gold. Alternativ zur Wertung kann ein Spieler einfach 2 Warenkarten vom verdeckten Nachziehstapel nachziehen und seinen Spielzug beenden.

Wenn der Nachziehstapel leer ist, endet das Spiel sofort. Wer jetzt am meisten Geld besitzt, hat gewonnen. Sämtliche Investionen in Schiffe und Sonderkarten dienen nur der besseren Vermögensbildung während des Spiels und sind am Ende wertlos.

SPIELGEFÜHL

Die kleine Spielschachtel läßt ein kleines Kartenspiel erwarten, aber schon die Altersangabe „ab 12 Jahren“, welche die volle Berechtigung hat, zeigt, dass das Spiel durch taktische Tiefe zu überzeugen weis. Die Regeln sind zwar sehr simpel und schnell erklärt, doch der Umgang damit will gelernt sein. Vor allem im Spiel zu Zweit entwickelt sich ein ständiger Schlagabtausch mit seinem Gegenüber.

Wann tausche ich günstigerweise meine Waren aus? Soll ich noch ein Schiff kaufen? Löse ich jetzt eine Wertung aus oder warte ich noch auf bessere Karten, auch auf die Gefahr hin, dass sich die Auslage bis zu meinem nächsten Zug zu meinen Ungunsten verändert hat? Wieso tauscht mein Gegner jetzt einen grünen Warenstein, obwohl überhaupt keine grünen Karten in der Auslage liegen? Muss ich darauf reagieren und meinen grünen Warenanteil erhöhen oder blufft mein Gegner nur und überrumpelt mich mit einer ganz anderen Farbe?

Diese kleinen, aber feinen taktischen Überlegungen, die einfachen Regeln und die kurze Spielzeit machen das Spiel für mich zu einem ganz „Großen“, das so manchem Brettspiel in nichts nachsteht.

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BEWERTUNG ZU ZWEIT

Reiner Knizia ist mit „Handelsfürsten – Herren der Meere“ ein hervorragendes taktisches Kartenspiel gelungen. Material und Regeln lassen keine Wünsche offen.

Bis jetzt hat das Spiel aber in der Öffentlichkeit noch nicht die richtige Beachtung gefunden. Warum eigentlich nicht?

Pöppelbewertung 5

5 von 6 möglichen Pöppeln

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HANDELSFÜRSTEN - HERREN DER MEERE, 5.0 out of 6 based on 1 rating
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One thought on “HANDELSFÜRSTEN – HERREN DER MEERE

  1. Ich bin eigentlich ganz eurer Meinung. Das Spiel hätte viel mehr Aufmerksamkeit verdient. Vielleicht bekommt es die ja durch die neue Schachtel, obwohl ich eigentlich ein Fan von kleinen, sparsamen Verpackungen bin. Diskutieren sollte man aber über folgende Mängel: Insbesondere im Spiel zu zweit kann es passieren, dass ein Spieler sich beide Kontore sichert. Dann kann er ständig zwei zusätzliche Karten nachziehen und lässt den anderen auf Grund seiner Handkartenauswahl chancenlos hinter sich. Auch bei den anderen Sonderkarten sollten man darauf achten, dass nicht ein Spieler zwei davon besitzt. Dieses Problem stellt sich natürlich nicht so stark im Spiel ab 3 Spieler/innen, da hier der Konkurrenzdruck so groß ist, dass es kaum einem gelingen sollte, zwei gleiche Karten zu erwerben. Darüber hinaus haben wir schon festgestellt, dass in einzelnen Partien das Geld ausgeht. Was dann? Geld nachbasteln oder das Spiel beenden, so als ob die Handelskarten alle gezogen worden wären? Ein Hinweis in der Regel fehlt. Davon abgesehen ist das kleine Spiel aber eigentlich ein ganz großes! Daher unterstütze ich die sehr hohe Punktwertung auf eurer sehr guten Website.

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