BURGER JOINT

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Burger1

VERLAG : Rio Grande Games

JAHR : 2009

SPIELER : 2

ALTER : ab 10 Jahren

DAUER : ca. 30-45  Min.

AUTOR : Joe Huber

SPIELBESCHREIBUNG

Wir sind Besitzer einer Imbissbudenkette (Pizza gegen Burger) und versuchen die Vorherrschaft auf dem umkämpften Fastfoodmarkt zu erlangen. Ziel ist es das größte Imbissimperium aufzubauen.

So weit so gut. Doch welche Mittel und Wege stehen uns für das ehrgeizige Unternehmen zur Verfügung?

Nicht unbedingt alle, die wir an dieser Stelle erwarten würden. Jeder Spieler hat sein persönliches Imbissimperium vor sich liegen. Es unterteilt sich in 4 Spalten (Werbung, Imbissbuden, Spezialitätenrestaurants und Bistros). Zu Spielbeginn besitzt jeder Spieler eine Imbissbude und 2 Spezialitätenrestaurants. Alles wird über die 60 Holzwürfel in unterschiedlichen Farben, die für unterschiedliche Gerichte stehen sollen, abgewickelt. Die Holzwürfel dienen als Währung für den Kauf der Geschäfte, aber auch für das betreiben von Werbung und die Warenproduktion und werden aus einem schwarzen Beutel gezogen. Durch das Kaufen von größeren und besseren Restaurants kann man mehr Waren produzieren und mehr und schneller Siegpunkte erreichen. Zwischen den Spielern liegt die Ablagetafel. Hier werden die Warenwürfel zwischen den Spielern hin und her verschoben und eingelagert. Gleichzeitig dient die Tafel auch als Siegpunktanzeige. Klingt alles etwas komisch? Ist es auch.

Das Spiel unterteilt sich in 5 Phasen

Phase 1 : Produktion

Jeder Spieler zieht für jedes Spezialitätenrestaurant und jedes Bistro, das er besitzt einen Würfel aus dem Beutel (max. aber 4 Stück) und legt die Würfel in die Mitte der Ablagetafel in das gemeinsame Gebiet der Spieler. Jedes Spezialitätenrestaurant hat eine Würfelfarbe als „Vorrecht“. Sollte nur ein Spieler Anspruch auf diese Farbe haben, kommen die entsprechenden Würfel direkt in den Ablagebereich des entsprechenden Spielers (nicht ins Lager!).

Beginnend beim Startspieler darf nun jeder Spieler einen Würfel entweder aus dem gemeinsamen Gebiet oder aus seinem eigenen Gebiet ins eigene Zwischenlager verschieben. Danach werden alle restlichen Würfel wieder ins gemeinsame Gebiet verschoben und nun nehmen die Spieler abwechselnd je einen Würfel aus dem gemeinsamen Gebiet in das eigene Zwischenlager, allerdings nur soviel, wie sie zu Beginn auch durch ihre Restaurants erwirtschaftet haben.

Phase 2: Tauschen und Sonderaktionen

Der aktive Spieler kann beliebig oft 3 gleiche Würfel zu einem beliebigen Würfel tauschen.

Jedes Bistro hat jeweils eine zusätzlich Sonderfunktion, wie z.B. einen zufälligen Würfel aus dem Beutel ziehen oder einen eigenen Würfel in den Beutel legen und dafür einen Würfel nach Wahl aus dem Beutel nehmen. Jede Sonderfunktion kann einmal pro Zug genutzt werden.

Phase 3: Kaufen

Jetzt kann der aktive Spieler mit seinen Würfeln neue Gebäude kaufen oder Werbung betreiben. Dazu muss der Spieler die geforderten Würfel abgeben. Will ein Spieler ein Spezialitätenrestaurant oder Bistro bauen, muss er zusätzlich ein Gebäude der niedrigeren Stufe abreißen (z.B. muss für ein Bistro  ein Spezialitätenrestaurant abgebaut werden).

Phase 4: Punktestand aktualisieren

Für Werbung und bestimmte Gebäude gibt es die abgebildeten Siegpunkte. Hat der aktive Spieler jetzt 12 Punkte, endet das Spiel sofort und der aktive Spieler hat gewonnen.

Phase 5: Überzählige Würfel abgeben

Beide Spieler dürfen nur 7 Holzwürfel mit in die nächste Runde nehmen. Überzählige Würfel müssen abgegeben werden.

SPIELGEFÜHL

Voller Vorfreude auf das Spiel wurde die kleine Schachtel, die aus der Kosmos 2er- Reihe bekannt ist, ausgepackt und nach kurzem Regelstudium losgelegt. Viele Regeln gibt es nicht zu beachten, so dass der Spieleinstieg auch für ungeübte Spieler kein Problem sein sollte.

Ungewöhnlich ist es, dass die Holzwürfel unterschiedliche Gerichte darstellen sollen, was mir erst später aufgefallen ist. Gleichzeitig sind sie Währung und Handelsware und können jederzeit 3 zu 1 getauscht werden. Nimmt man es genau, wird also mit unterschiedlichen Gerichten gehandelt und bezahlt. Alles klar?! Dies führt bei mir zwangsweise zum Verlust von Spielatmosphäre, weil es doch  sehr aufgesetzt, abstrakt und erzwungen klingt.

Unabhängig von diesen Details, über die man bei manch technisch überzeugenden Spiel gerne hinwegsieht, kann das Spiel einem nicht richtig mitreißen. Der Kern des Spiels ist das Austauschen von Holzwürfeln auf der gemeinsamen Ablagetafel und der Versuch, dem Gegner so wenig wie möglich passende Würfel zu überlassen. Die Einflussmöglichkeiten sind aber eher gering und wenig überraschend für den Gegner.

Das Spiel verkommt zu einem lustlosen Rumgeschiebe von Holzwürfeln. Die Runden unterscheiden sich kaum, nur das man zum Spielende hin deutlich mehr Würfel durch die Gegend schiebt als am Anfang. Taktische Entscheidungen sind fast nicht möglich und ein sich aufbauender  Spannungsbogen ist nicht  zu entdecken.

Burger2 Burger3

BEWERTUNG ZU ZWEIT

Über ein mittelmäßiges Zweierspiel ohne besonderen Spannungsbogen und ohne Abwechslung kommt das Spiel nicht hinaus. Von dem Thema hatte ich mir im Vorfeld wesentlich mehr versprochen.  Das Spiel war ursprünglich bereits für Essen 2007 angekündigt. Nach so langer Entwicklungszeit wäre doch sicherlich mehr drin gewesen, oder?

Stichworte wie Mitarbeiterführung, Preisdumping, Niedriglöhne, Einkaufspolitik, Führungsstil etc. hätten aus dem überschaubaren Spiel ein richtiges Wirtschaftsspiel machen können, aber dann hätte es mit dem leichten  „Burger Joint“, das uns vorliegt und allenfalls für Gelegenheitsspieler interessant ist, nichts mehr gemein.

Auch im Preis/ Leistungsverhältnis kann das Spiel nicht punkten. Für ein paar Holzwürfel und Pappcounter und 3 kleine Spielbretter ist das Spiel doch recht teuer.

Pöppelbewertung 3.5

3,5  von 6 möglichen Pöppeln

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