DIE SÄULEN DER ERDE – DUELL DER BAUMEISTER

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Baumeister 1

VERLAG : Kosmos

JAHR : 2009

SPIELER : 2

ALTER : ab 10 Jahren

DAUER : ca. 40 Min.

AUTOR : Stefan Feld

SPIELBESCHREIBUNG

England 12. Jahrhundert. Während wir uns beim großen Bruder „Die Säulen der Erde“ ausschließlich um den Bau der Kathedrale durch Prior Phillip kümmerten, kommt es jetzt zum direkten Duell zwischen Prior Phillip und Bischof Waleran. Phillip baut immer noch an der Kathedrale, doch er hat Konkurrenz bekommen. Bischof Waleran baut eine Burg. Wer sein Bauwerk als Erster errichtet, erringt Ruhm und Reichtum und gewinnt das Spiel.

Die Spieler konkurrieren um Rohstoffe, Gold, Siegel und Arbeitskräfte (Karten in der Tischmitte) , um die Materialien für das eigene, in 3 Bauabschnitte eingeteilte Bauwerk, zu bekommen. In jeder der 12 Runde werden 9 Karten im Quadrat in der Tischmitte ausgelegt. Manche Karten können nur von einem der beiden Spieler genutzt werden, die meisten bringen aber beiden Spielern Vorteile.

Bischof Waleran ist zu Spielbeginn immer Startspieler und beginnt die Runde, indem er seine 3 Personenmarker senkrecht, waagrecht oder diagonal auf 3 der 9 Karten legt und Anspruch auf deren Funktion erhebt. Prior Phillip macht das Gleiche mit einem Unterschied. Er muss einen seiner Marker auf einer Karte platzieren, auf der bereits ein Marker von Waleran liegt.

Während die Karten, die nur mit einem Marker belegt sind, durch den entsprechenden Spieler später genutzt werden können, muss um die eine Karte gekämpft werden. Der Kampf erfolgt über Pappsiegel, die beidseitig mit Zahlen bedruckt sind. Es gibt Siegel mit den Werten 2/3, 1/4 und 0/5. Eingesetzte Siegel kommen in den Vorrat. Zu Beginn des Spiels hat jeder Spieler  ein Siegel von jeder Sorte und zusätzlich einen persönlichen Siegel mit Wert 2/3 , das man nach jedem Kampf wieder zurückbekommt.

Der Startspieler beginnt eines seiner Siegel in die Luft zu schnippen. Die Zahl, die oben liegen bleibt, entspricht seinem Gebot für die Karte. Der Zweite Spieler muss diesen Wert überbieten. Er darf  so lange Siegel schnippen, bis er den Wert überbietet oder aussteigt. Danach kann der Startspieler wieder nachlegen. Setzt man allerdings seinen persönlichen Siegel ein, ist dies automatisch das letzte Gebot und man kann später nicht mehr erhöhen.

Ist der Kampf beendet können beide Spieler die gewonnen Karten nutzen (Gold, neue Siegel, Rohstoffe, Umwandeln von Rohstoffen in Werkstoffe oder auch einen Machtwechsel). Unter den insgesamt 54 Karten gibt es genau 2 Machtwechselkarten. Eine dieser Karten zu bekommen ist die einzige Chance den Startspielerwechsel herbeizuführen.

Danach kann jeder Spieler an seinen Bauwerken bauen. Für jeden der 3 Bauabschnitte werden 3 unterschiedliche Werkstoffe benötigt. In jeder Runde kann nur an einem Bauabschnitt gebaut werden. Pro eingesetzten Werkstoff muss zudem Gold bezahlt werden (2 / 6 / 12 Gold für den 1. /2. /3. Werkstoff).  Stellt ein Spieler einen bestimmten Abschnitt als erster fertig, bekommt er einen Bonus.

Wer als Erster alle 3 Bauabschnitte vollendet, gewinnt das Spiel, schafft dies bis zum Ende der 12 Runden keiner, gewinnt, wer mehr Bauabschnitte fertig hat bzw. wer mehr Werkstoffe verbaut hat.

SPIELGEFÜHL

Die anfängliche Begeisterung für das Thema und das schöne Material erhält mit zunehmenden Spielverlauf einige Dämpfer. Das Auswählen der Karten über die 3 Personenmarker hat sicherlich seinen Reiz, zumal man damit mitbestimmen kann, welche für den Gegner attraktiven Karten überhaupt sinnvoll zur Auswahl stehen. Das ist Gleichzeitig auch der Fluch des Spiels. Als zweiter Spieler muss man meist mit Kartenkombinationen leben, die nicht wirklich gewinnbringend sind und nicht selten soll man dann um Karten kämpfen , die weder für den einen noch für den Anderen interessant sind, oder man muss erheblichen Aufwand betreiben um eine der wenigen Möglichkeiten, einen Machtwechsel zu erzwingen, zu nutzen.

Durch das Zufallselement des „Schnippens“ der Siegel kann es vorkommen das der Versuch den Machtwechsel herbeizuführen sehr schnell im Keim erstickt wird und man noch stärker ins Hintertreffen gerät, wie ohnehin schon geschehen. Das Element des „Schnippens“ halte ich in diesem Spiel für ziemlich unangebracht,  zumal es Spieler wie mich gibt, die das Schnippen so ganz und gar nicht beherrschen und den Chip dann ständig suchen gehen müssen… aber dieser Punkt ist sicherlich Geschmackssache. Ich hätte mir eine andere Lösung gewünscht.

In unseren Partien hat der anfängliche Startspieler die Partie auch immer gewonnen. Zufall? Ich glaube nicht. Ist der Startspieler einmal in Front ist es überaus schwierig und aufwendig, ihn einzuholen, weil man das Gefühl nicht los wird, immer einen Schritt hinterher zu sein und keine Mittel hat, den Gegner entscheidenden zu bremsen.

Baumeister 2 Baumeister 3

BEWERTUNG ZU ZWEIT

Duell der Baumeister kann mit seinem großen Bruder „Die Säulen der Erde“ hinsichtlich Spieltiefe, Spielspass und Ausgereiftheit nicht ganz Schritt halten. Das Spiel ist solide Kost mit einem leicht faden Beigeschmack. Grafik und Material sind sehr gut gelungen, wenn ich mir auch für die Rohstoffe Holzspielsteine anstatt Papplättchen gewünscht hätte. Der Spielspass geht durch den offensichtlichen  Startspielervorteil und das für mich unpassende Element des „Schnippens“ der Gebote etwas verloren. Auch wenn hier kein ganz schlechtes Spiel vorliegt, greife ich auch zu Zweit weiterhin lieber zum großen Bruder „Die Säulen der Erde“.

Pöppelbewertung 3.5

3,5  von 6 möglichen Pöppeln

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DIE SÄULEN DER ERDE - DUELL DER BAUMEISTER, 4.0 out of 6 based on 1 rating
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