PELOPONNES

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Peloponnes 1

VERLAG : Irongames

JAHR : 2009

SPIELER : (1) 2-5

ALTER : ab 10 Jahren

DAUER : ca. 30 Min.

AUTOR : Bernd Eisenstein

SPIELBESCHREIBUNG

Peloponnes, Sitz der Götter im antiken Griechenland, ca. 1000 vor Christus. Die Spieler versuchen die Geschicke einer von 7 Zivilisationen zu lenken, sie  zu vergrößern und Reichtum und Wohlstand zu erlangen. Die Spieler bauen prächtige Gebäude, bewirtschaften Land, um die wachsende Bevölkerung zu ernähren und versuchen, sich gegen Naturkatastrophen  zu schützen. Doch kaum ein Spieler wird es schaffen, ohne Rückschläge durch  Katastrophen (wie Dürre, Erdbeben oder Verfall) durch das Spiel zu kommen. Wem es aber gelingt, in 8 Spielrunden die widrigen Umstände erfolgreich zu meistern, die Verluste gering zu halten und die Gegner durch geschicktes Planen und Bauen in Schach zu halten, wird zur mächtigsten Zivilisation im antiken Griechenland aufsteigen und den Sprung auf den Olymp schaffen.

Peloponnes 6 Karte kleinJeder Spieler hat ein Tableau vor sich, auf dem sich der ständig verändernde eigene Besitz (Holz, Stein, Getreide, Bevölkerung und Luxus) angezeigt wird. Jeder erhält zufällig eine von 7 Zivilisationen in Form eines Zivilisationsplättchens. Die auf diesem Plättchen abgebildete Bevölkerung, Rohstoffe und Geld bilden das Startkapital der Zivilisation.

Das Spiel kann beginnen:

Kern des Spiels ist es, neue Gebäude – und Landschaftsplättchen zu ersteigern und an das eigene Zivilisationsplättchen anzulegen (Gebäude links, Landschaften rechts). Hierzu gibt es drei verdeckte Stapel A-C mit Gebäude- und Landschaftsplättchen.

Beginnend beim Stapel A werden zu Beginn jeder Runde so viele Plättchen aufgedeckt und in eine Reihe gelegt, wie Spieler teilnehmen. Bei 2 Spielern also 2 Stück. In einer zweiten Eroberungsreihe werden weitere Plättchen aufgedeckt, so dass insgesamt pro Runde immer 5 offene Plättchen zur Auswahl stehen.

Danach bietet jeder Spieler, beginnend beim Startspieler auf ein Plättchen. Das Mindestgebot ist auf den Plättchen aufgedruckt. In der Eroberungsreihe wird das aufgedruckte Mindestgebot immer um 3 erhöht, dafür kann man hier von den Mitspielern nicht mehr überboten werden. Wird man von einem Mitspieler durch Abgabe von mehr Münzen überboten, muss der unterlegene Spieler auf ein anderes Plättchen ausweichen, ohne sein Gebot zu verändern. Kann er das nicht, bekommt er sein Gebot plus eine Münze als Entschädigung zurück. Dafür bekommt er aber auch kein Plättchen in dieser Runde.

Nach der Bietphase wird die Spielerreihenfolge angepasst. Der Spieler mit dem höchsten Gebot wird Startspieler.

Peloponnes 3 geb kleinJetzt werden die ersteigerten Plättchen an die eigene Zivilisation angelegt. Für Gebäudeplättchen müssen die geforderten Rohstoffe abgegeben werden oder alternativ eine Münze darauf abgelegt werden (siehe Versorgrungsphase). Hat man beides nicht, kann das Gebäude nicht gebaut werden und kommt aus dem Spiel. Landschaftsplättchen sind immer kostenlos, müssen aber passend angelegt werden. Eine Einkommensart (Holz, Stein, Getreide) muss mit dem angrenzenden Plättchen übereinstimmen. Einige Landschaftsplättchen erzielen mehrere Einkommensarten.

Neue Gebäude bringen zumeist neue Bevölkerung. Die Bevölkerung wird auf dem Tableau angepasst. Danach bekommt jeder Spieler sein Einkommen aus den Plättchen, die an seine Zivilisation angeschlossen sind (Getreide, Holz und Steine). Neues Geld erhält man über die Anzahl der eigenen Bevölkerung (z.B. bringen 10 Bewohner 4 Münzen).

Jedes Plättchen besitzt zudem Machtpunkte in unterschiedlicher Höhe, die für die Wertung am Spielende wichtig sind.

Hat man dann von einer Einkommenssorte mehr bekommen, als Platz auf dem Tableau ist, wird der Rest des Einkommens in Luxusgüter umgewandelt. Diese können jeder Zeit 2:1 zu jedem beliebigen Rohstoff oder zu Geld getauscht werden.

Peloponnes 2 kata kleinNach jeder Runde werden 2 Katastrophenchips aufgedeckt und den 5 möglichen Katastrophen (Dürre, Erdbeben, Pest, Unwetter und Verfall)  zugeordnet. Sobald bei einer Katastrophe 3 Plättchen liegen, bricht sie aus. Jede Katastrophe kommt nur einmal im Spiel vor. Durch bestimmte Gebäude kann man sich vor mancher Katastrophe schützen.

Bislang unerklärt blieb die Versorgungsphase. Wird zu Rundenbeginn beim Aufdecken neuer Plättchen ein Plättchen mit Versorgungsaufdruck aufgedeckt (eines befindet sich in Stapel B und eines in Stapel C), wird das Spiel kurz unterbrochen. Alle Spieler müssen ihre Bevölkerung jetzt mit Nahrung versorgen. Pro Einwohner muss eine Nahrung abgegeben werden. Reicht die Nahrung nicht für alle aus, verhungert ein Teil der Bevölkerung und geht verloren.

Gebäude die bis zur Versorgungsphase nicht gebaut wurden, sondern nur mit einer Münze belegt wurden, müssen jetzt endgültig gebaut werden (Abgabe der Rohstoffe) oder kommen aus dem Spiel.

Spielende:

Sobald das letzte Plättchen des Stapels C versteigert wurde (8. Runde), rückt das Spielende näher. Ein letztes Mal werden 2 Katastrophenchips aufgedeckt und die Katastrophen brechen aus. Danach muss jeder Spieler ein letztes Mal seine Bevölkerung mit Nahrung versorgen, evtl. die Bevölkerung reduzieren und bislang nicht gebaute Gebäude auslösen oder entfernen.

Wertung:

Die Spieler erhalten die auf den Gebäude- und Landschaftsplättchen aufgedruckten Machtpunkte und die der Bevölkerungsgröße entsprechende Anzahl an Bevölkerungspunkten (3 Punkte pro Bewohner). Der niedrigere der beiden Werte (Machtpunkte, Bevölkerungspunkte) wird mit dem niedrigeren Wert des Mitspielers verglichen. Wer jetzt mehrt Punkte hat gewinnt das Spiel.

SPIELGEFÜHL

Peloponnes ist das erste Spiel von Bernd Eisenstein, dass im Eigenverlag Irongames erscheint. Material und Grafik sind zweckmäßig und solide gestaltet. Die großen Spielplättchen sind mir wesentlich sympathischer als die deutlich kleineren Plättchen in Carcassonne. Bei den Spielertableaus hätte ich mir einen ähnlich stabilen Karton wie bei den Plättchen gewünscht, aber das ist nicht entscheidend. Die Spielregel ist übersichtlich gestaltet, wenn auch an manchen kleineren Punkten nicht ganz eindeutig.

Die Mechanismen des kleinen Entwicklungsspiel sind nicht neu oder innovativ, greifen aber gut ineinander. Hier hat jemand seine Hausaufgaben gemacht und das Spielprinzip ausgiebig getestet und das merkt man auch!

Wer ein Entwicklungsspiel, der Kategorie „Through the Ages“ erwartet, wird sicherlich enttäuscht sein. Doch diesen Anspruch hat das Spiel nicht und muss es auch nicht haben. Der Entscheidungsspielraum der Spieler ist überschaubar, was es auch Spielern, die nur gelegentlich spielen, möglich macht, den Einstieg in das Spiel zu finden.

Das Versteigern der Gebäude- und Landschaftsplättchen funktioniert auch bei 2 Spielern, wenn auch naturgemäß die Reibereien geringer sind und es sicherlich bessere Versteigerungsspiele für 2 Spieler gibt. Mich stört das aber nicht, da die Versteigerung ein nur kleines Element im Spiel darstellt und das Spiel nicht tragen muss.

Viel wichtiger ist es, seine Zivilisation sinnvoll und vorausschauend aufzubauen, auf die drohenden Katastrophen gut vorbereitet zu sein und trotzdem die Entwicklung der Bevölkerung nicht zu vernachlässigen. Nur wer es schafft die richtige Balance zwischen Entwicklung und Vorsorge zu finden, wird das Spiel erfolgreich gestalten können.

Die Auswirkungen der Katastrophen können einen Spieler bei ungünstigen Auftreten der Katastrophen  mitunter sehr weit zurückwerfen, was manchmal für ein wenig Frust sorgen kann. Bei einer Spieldauer von nur 30 Minuten zu Zweit lässt sich das aber verschmerzen, denn die Revanche kann sofort folgen.

Noch ein Wort zur Seefahrererweiterung. Wer das Spiel zu 6. spielen will, für den mag sich die Erweiterung lohnen. Nur wegen dem zusätzlichen Wasserplättchen lohnt sich die Erweiterung auf keinen Fall, da das Spiel dadurch weder gewinnt noch verliert. Wir haben die Wasserplättchen mehrmals im Spiel gehabt, ohne dass sie überhaupt zum Einsatz kamen.

Peloponnes 4 klein Peloponnes 5 klein

BEWERTUNG ZU ZWEIT

Peloponnes ist ein schönes, kleines Entwicklungsspiel mit einer angenehmen Spieltiefe und Spieldauer. Genau das Richtige nach einem stressigen Arbeitstag, um für kurze Zeit nochmal in die Spielwelt abzutauchen. Mehr sollte man von diesem Spiel nicht erwarten. Wer es dennoch tut, den wird das Spiel sicherlich nicht Zufriedenstellen. Wer sich aber auf das Spiel unvoreingenommen einlässt und mit der Glückskomponente der Katastrophen leben kann, dem wird das Spiel Freude bereiten.

Pöppelbewertung 4.5

4,5  von 6 möglichen Pöppeln

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