TAVERN

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VERLAG : ELEVEN EAR GAMES

JAHR : 2006

SPIELER : 2

ALTER : ab 12 Jahren

DAUER : ca. 45 Min.

AUTOR : Thomas Jansen

SPIELBESCHREIBUNG

Wir sind Betreiber einer interplanetarischen Kneipe und versuchen, die unterschiedlichsten Gäste wie Menschen, Orks, Elfen, Zwerge, Drachen, Trolle und Gobelins zu uns zu locken, um sie mit Getränken zu versorgen und damit Gewinn zu erzielen. Das klappt nicht immer reibungslos, da die Erwartungen der Gäste an uns äußerst unterschiedlich sind und nicht jeder Gast bis zur Wertung in der Kneipe bleibt.

Spielablauf:
Das Spiel unterteilt sich in zwei Abschnitte, den Tag und die Nacht. Nach jedem Abschnitt kommt es zu einer Wertung. Es werden zwei Stapel mit Gästekarten gebildet, einer für den Tag und einer für die Nacht. Nachts kommen deutlich dunklere Gestalten ins Spiel. Begonnen wird mit dem Tagstapel, von dem zwei potentielle Gäste aufgedeckt und in die Tischmitte gelegt werden.
Jeder Spieler hat zu Spielbeginn einen Satz Musikantenkarten, mit deren Hilfe die Spieler versuchen Gäste in die Kneipe zu locken. Die Musikanten sind unterschiedlich gut und haben daher Werte von 1-5. Jeder Spieler legt nun vor die zwei potentiellen Kunden jeweils verdeckt einen Musikanten ab. Danach wird aufgedeckt. Wer den besseren Musikanten gelegt hat, bekommt den Kunden für seine Kneipe. Bei Gleichstand entscheiden diverse Eigenschaften der Kunden darüber, ob man den Kunden bekommt oder nicht. So geht ein Zwerg z.B. nur dorthin, wo schon mehr Zwerge in der Kneipe sitzen oder eine Elfe (die in Ruhe ihren Tee trinken will) grundsätzlich nur dorthin, wo weniger Leute sind.
Um die Gäste ausreichend mit Getränken (Bier, Wein, Kräutertee und Feuerwasser) versorgen zu können, darf der Nachschub an Getränken nie abreißen. Zu Spielbeginn bekommt jeder Spieler zufällig zwei Getränkekarten auf die Hand. In der offenen Auslage liegen drei Getränkekarten, die restlichen Karten bilden den verdeckten Nachziehstapel.
Aber wie kommt man nun an neue Getränke?
Die Musikanten haben noch eine zweite Funktion. Je höher die ausgespielte Karte ist (Werte 1-5), desto weniger Getränke dürfen wir nachziehen. Es ist zwar schön, mit einer 5 einen Gast zu gewinnen, wenn dann aber der Getränkenachschub ausbleibt, wird der Gast unter Umständen nicht lange bei uns bleiben.
Gewinnt man in der Bietrunde keinen oder beide Kunden, darf man Getränkekarten entsprechend dem Wert des besten gespielten Musikanten nachziehen.

Hat man die Bietrunde erfolgreich überstanden und konnte sogar Gäste für seine Kneipe gewinnen, fangen die richtigen Probleme erst an. Jetzt müssen die Erwartungen und Bedürfnisse der Gäste erfüllt werden. Jeder Gast weiß genau was er will und wann er es will. Orks wollen immer Feuerwasser, Zwerge immer Bier und Elfen immer Tee….. Wann sie was haben wollen, steht auf jeder Karte drauf (Bsp: ein Zwerg will ein Bier bei einem gewürfelten Wert zwischen 3 und 7) – das wird mit einem zwölf seitigen Würfel ausgewürfelt. Wird die entsprechende Zahl gewürfelt, muss unter die Gästekarte ein passendes Getränk aus der Hand gelegt werden. Tut man es nicht, ist der Gast erbost. Verweigert man ihm ein Getränk ein zweites Mal, verlässt er die Kneipe, ohne zu bezahlen. Mit jeder Getränkekarte unter dem Gast steigert sich der Punktewert bis zu einem gewissen Punkt, dann können auch schnell Minuspunkte daraus werden (nämlich wenn die Gäste betrunken sind). Hat man zwei betrunkene Gäste, kommt es zur Prügelei und einer geht (wird ausgewürfelt). Manche Prügeln sich aber auch einfach so, weil sie den anderen Gast nicht mögen und manche gehen, wenn sich zwei andere prügeln oder wenn jemand besoffen ist. Diejenigen, die auf diese Weise gehen müssen, kommen auf einen Punktstapel und bringen am Spielende jeweils einen Punkt.

Zwischenwertung:
Ist der Nachziehstapel mit den aktuellen Gästen des Tages aufgebraucht, kommt es zur Zwischenwertung und man bekommt die aktuellen Punkte der Gäste gutgeschrieben – je nach dem,wie zufrieden (=mit Getränken versorgt) sie gerade sind. Sie bleiben aber auch in der Nachtrunde in der Kneipe und wollen weiterhin versorgt werden.

Es folgt die zweite Runde mit den Gästen der Nacht. Die Gäste der Nacht sind wesentlich düsterer und man kann mit Ihnen mehr Punkte holen, aber auch mehr verlieren. Es ist zudem teilweise schwieriger, Ihre Wünsche zu erfüllen. Wer kann schon den Wunsch eines Drachen erfüllen, einen Zwerg oder Gobelin zum Verspeisen in der Kneipe zu haben?

Spielende:
Das Spiel endet, sobald der Nachtstapel mit den neuen Gästen aufgebraucht ist und keine neuen Kunden mehr in die Kneipe gelockt werden können. Dann werden, wie schon bei der Zwischenwertung am Ende des Tages, die erreichten Punkte der anwesenden Besucher zusammengezählt, dazu kommt der Punktestapel der Besucher, die die Kneipe bereits erfolgreich verlassen hatten sowie die Punkte der Zwischenwertung.

Wer jetzt insgesamt die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel .

SPIELGEFÜHL

Gekauft hatte ich das Spiel, weil es mich durch die spärlich vorhande Beschreibung ein wenig an „Fantasy Pub“ erinnerte und es ein anspruchsvolles Spiel ausschließlich für 2 Spieler sein sollte.
Die Grafik ist gewöhnungsbedürftig, weil an schlechte Comics erinnernd. Auch die deutsche Regelübersetzung ist eher unterdurchschnittlich geraten, aber das Spiel selbst konnte schnell überzeugen und gefällt mir von Spiel zu Spiel besser.
tavern4Die skurril Figuren und das wilde Treiben in der Kneipe saugen einen förmlich ins Spiel und man fühlt sich tatsächlich als interplanetarischer Kneipenbesitzer mit den wohl außergewöhnlichsten Gästen.
Das Spiel selbst verlangt von einem eine gewisse Spielübersicht. Was passiert, wenn ich welchen Gast in meine Kneipe hole? Nicht selten passiert es, dass schwerwiegende Kettenreaktionen ausgelöst werden und die Kneipe vorübergehend wie leer gefegt wirkt.
Zwei besoffene Zwerge prügeln sich, was die an sich gut zahlenden Elfe überhaupt nicht gefällt und sie die Kneipe kurzerhand ohne zu bezahlen verlässt. Mancher Ork kommt erst gar nicht in unsere Kneipe, weil ihm zu viele Zwerge völlig zuwider sind und und und…. die Eigenheiten der Gäste wollen gut berücksichtigt werden.

In den ersten 1-2 Partien ist es noch schwierig, sich zu merken, welcher Gast welche Eigenheiten hat. Dies führt dazu, dass man immer wieder auf die Spielhilfe schauen muss und somit das Spiel ins Stocken gerät. Doch das Problem legt sich schnell und der Spielspaß steigt sprunghaft an. Selbst die anfangs kritisierte Grafik kommt mir inzwischen absolut passend für das Spiel vor.

Für mich ein gelungener Kartenspaß mit ausreichend Anspruch und einer nicht störenden Portion Würfelglück.


BEWERTUNG ZU ZWEIT

tavern3Wer schon immer seine kleine intergalaktische Kneipe aufmachen wollte und sich nicht scheut nachts schwierige Gäste zu bedienen, dem sei dieses anspruchsvolle Kartenspiel wärmstens empfohlen. Das außergewöhnliche Spiel macht mir jedenfalls jedes mal mehr Spass und wird immer wieder den Weg auf den Spieltisch finden.

Pöppelbewertung 4.5

4,5  von 6 möglichen Pöppeln

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