TOBAGO

24. Januar 2010

Tobago Banner

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Tobago cover

VERLAG : Zoch

JAHR : 2009

SPIELER : 2-4

ALTER : ab 10 Jahren

DAUER : ca. 60 Min.

AUTOR : Bruce Allen

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SPIELBESCHREIBUNG

Kleines Abenteuer gefällig? Lust auf Palmen, Strand und Dschungel? Ein Hauch von Indiana Jones? Na, dann ab in den Flieger und auf zur  Schatzsuche nach Tobago, einer kleinen Insel zwischen der südlichen Karibik und dem Atlantik.

Tobago Karten 3Ausgestattet mit einem Amphibienfahrzeug, ein paar Pergamentfetzen mit kleinen Hinweisen zur Lage des Schatzes,  ganz viel Ehrgeiz, Enthusiasmus und Gespür für die  Beute, starten wir ins Abenteuer. Aber vorsicht, wir sind nicht allein! Auch andere Schatzsucher meinen, den Weg zum Schatz zu kennen.

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Spielbeginn:

Auf dem variabel zusammengesetzten Spielplan, werden Hütten, Palmen und Statuen  verteilt. Ein Stapel mit Goldkarten (Werte 2-5) wird zu einem verdeckter Nachziehstapel mit  2 Fluchkarten gemischt. Jeder Spieler erhält 6 Hinweiskarten auf die Hand, die restlichen Hinweiskarten bilden ebenfalls einen verdeckten Nachziehstapel. Insgesamt können bis zu 4 Schätze gleichzeitig auf der Insel versteckt sein. Jeder Schatz hat seinen eigenen Schatzpfad am Spielfeldrand, auf dem Hinweise zu dem entsprechenden Schatz abgelegt werden. Der eigene Geländewagen wird auf ein beliebiges Feld auf der Insel platziert.

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Spielablauf:

Tobago Karten 4Das Spielprinzip ist recht simpel. Jeder Spieler wählt reihum immer aus 2 Aktionsmöglichkeiten aus. Entweder man legt eine Hinweiskarte aus seiner Hand an einen der vier Schatzpfade, oder man fährt mit seinem Geländewagen.

1. Hinweis auslegen:

Man legt einen Hinweis an einen der 4 Schatzpfade an und markiert den Hinweis mit einer eigenen Windrose (farbiges Plättchen). Man darf einen Hinweis nur dann an einen Pfad anlegen, wenn dadurch der Ort des Schatzes eingegrenzt wird, er nicht mit einem früher gelegten Hinweis im Widerspruch steht und noch mindestens ein Ort in Frage kommt. Die Hinweiskarten werden untereinander gelegt, damit man sehen kann, in welcher Reihenfolge  die Hinweise von wem abgelegt wurden.

Die Grafiken auf den Hinweiskarten sind meist selbsterklärend, z.B. die oberen beiden Karten rechts: In Sichtweite einer Hütte (1-2 Felder von einer Hütte weg) bzw.  nicht neben einem See.

Nachdem ein Hinweis an einem Schatzpfad angelegt wurde, wird überprüft, ob der Schatz bereits eindeutig definiert ist, es also nur noch einen möglichen Ort gibt.  Wenn es noch mehrere mögliche Orte gibt, wird auf jeden noch möglichen Ort ein Markierungsstein (Holzwürfel des entsprechenden Schatzpfades) gelegt, um eine bessere Orientierung zu bekommen, wo der Schatz noch liegen kann.

Danach zieht man wieder eine Hinweiskarte nach, so dass man wieder 6 Karten auf der Hand hat.

2. Mit dem Geländewagen fahren:

Der Spielplan unterteilt sich in die unterschiedliche Geländetypen Buschland, Dschungel, Fluss, Gebirge, See und Strand. Mit den Geländewagen darf man bis zu 3 Teilstrecken fahren. Innerhalb eines Geländetyps kann man eine beliebig weite Fahrt als eine Teilstrecke fahren. Jeder Geländewechsel gilt als eine Teilstrecke.

Warum fährt man mit dem Wagen? Um einen Schatz heben, muss man am entsprechenden Ort des Schatzes sein.

Einen Schatz bergen:

Um einen Schatz bergen zu können müssen 2 Voraussetzungen erfüllt sein. Zum einen muss der Fundort  des Schatz  eindeutig auf dem Schatzpfad definiert sein und zum anderen muss der Geländewagen im eigenen Spielzug an diesem Ort stehen. Wer den Schatz hebt legt einen zusätzliche Windrose seiner Farbe unter den Schatzpfad. Danach zieht jeder Spieler so viele Schatzkarten vom verdeckten Stapel, wie er Hinweise (Windrosenplättchen) zu diesem Schatzpfad beigetragen hat.

Tobago Karten 2Den Schatz verteilen:

Jeder Spieler schaut sich seine Schatzkarten, die er gezogen hat an, danach werden alle Schatzkarten beider Spieler plus eine verdeckte (die also keiner kennt) zusammen verdeckt gemischt. Von diesem Stapel wird jetzt nacheinander eine Karte aufgedeckt.  Von unten nach oben auf dem Schatzpfad werden die Spieler gefragt, ob sie die Karte haben wollen. Der Spieler der den Schatz gehoben hat, wird als erstes gefragt, da seine Windrose ganz unten liegt, lehnt er ab (in der Hoffnung einen höherwertigen Schatz zu bekommen) wird der nächste gefragt. Wer den Schatz nimmt, entfernt seine Windrose vom Schatzpfad. Dies geht solange, bis alle Schätze an die Spieler verteilt wurden oder eine Fluchkarte aufgedeckt wird. Dann endet die Schatzverteilung sofort, noch nicht verteilte Schätze kommen auf den Ablagestapel. Bei einer Fluchkarte sollten die Spieler ein Amulett besitzen, da die Spieler, die auf dem Schatzpfad noch mit mindestens einer Windrose vertreten sind, ansonsten ihren wertvollsten Schatz abgeben müssen.

Die Hinweiskarten werden am Schatzpfad abgeräumt und eine neue Schatzsuche kann hier beginnen.

Amulette:

Jedes mal wenn ein Schatz gehoben, werden Amulette an den Strand gespült:  auf das  Strandfeld, auf das die Statuen schauen, wird ein Amulett gelegt. Anschließend werden sie um 60 Grad gedreht (so dass die Amulette auf verschiedenen Feldern landen. Amulette können während der Fahrt mit dem Geländewagen eingesammelt werden und haben neben dem Schutz vor Fluchkarten “Bonusfunktionen”.  Man kann z.B. eine 2. Hinweiskart in einer Runde auslegen oder eine Extrafahrt mit dem Geländewagen unternehmen.

Spielende:

Ist der Goldkartenstapel aufgebraucht und alle Schätze verteilt oder aus dem Spiel, ist das Spiel sofort beendet. Wer jetzt am meisten Gold besitzt gewinnt das Spiel.

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SPIELGEFÜHL

Tobaga vermittelt einem sofort das Gefühl auf einer wunderschönen Karibikinsel zu sein und dort durch Gebirge, Dschungel, Sand und Meer (mehr) zu streifen und das ganz große Abenteuer zu finden. Zoch setzt, was das Material angeht, neue Maßstäbe. Im Tiefziehteil der Schachtel hat alles seinen festen Platz, die Spielkarten sind aus etwas stärkerer Pappe mit einem glänzenden Überzug, die Palmen und die Statuen wirken wie echt und der variable Spielplan aus Puzzleteilen  lässt keine Wünsche offen. Würde ich nur das Material bewerten, wären es glatte 6 Pöppel.

Tobago BildDas Spiel selbst, besticht durch einfache Regeln und einen schönen Mechanismus. Die Schatzsuche wird zu einem Abenteuer und das Eingrenzen der Lage eines Schatzes bringt ein gewisses kooperatives Element ins Spiel, denn kaum ein Spieler wird in der Lage sein einen Schatz alleine zu finden. Zu sehr will man den anderen Spieler  aber auch nicht beteiligen, denn wer teilt schon gerne  einen wertvollen Schatz?

Das Auswertungssystem beim Bergen des Schatzes ist ziemlich spannend. Welche  Karten werden angeboten und vom Gegner abgelehnt? Wie wertvoll wird der Schatz tatsächlich werden? Man darf aber auch nicht verheimlichen, dass hier ein größerer Glücksfaktor drinsteckt und die Fluchkarten sehr ungerecht sein können.

Im Spiel zu Zweit ist der Spielplan recht groß und man kommt sich nicht oft  in die Quere, was zu einer kleinen, aber nicht entscheidenden Abwertung führt.

Ich mag Spiele, bei denen man das Ziel durch logisches Denken langsam einkreist, ohne dass man zu sehr Grübeln muss. “Der Schatz befindet sich in Sichtweite einer Palme, nicht im Gebirge aber am größten Strand…..”.  “Old Town” von Clickerspiele hat dieses Spielsystem in der Vergangenheit bereits zu meiner Begeisterung sehr gut umgesetzt. Tobago setzt durch einige variable taktische Möglichkeiten (Einsatz von Amuletten, Beteiligung an unterschiedlichen Schatzsuchen) und durch die perfekte Optik noch einen drauf.

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Spielübersicht Tobago 2 x20

BEWERTUNG ZU ZWEIT

Wer Deduktionsspiele, wie “Old Town” oder “Schinderhannes” gerne spielt, für den ist Tobago ein Pflichtkauf.  Wer  mit solchen Spielen bislang nichts anfangen konnte, sollte mit Tobago trotzdem einen Versuch wagen. So  mancher Spieler lässt sich durch das tolle Spielmaterial, dass keine Wünsche offen läßt und die Messlatte hoch setzt, in den spielerischen Sog von Tobago ziehen.

Pöppelbewertung 5

5  von 6 möglichen Pöppeln

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