VASCO DA GAMA

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VERLAG : What´s your Game ?

JAHR : 2009

SPIELER : 2-4

ALTER : ab 12 Jahren

DAUER : ca. 60-80 Min.

AUTOR : Paolo Mori

SPIELBESCHREIBUNG

Vasco da Gama schaffte es im Jahre 1498 als erster, eine Schiffsroute von Portugal nach Indien zu befahren und somit Portugal in der Folgezeit den exklusiven Gewürzhandel mit Indien zu ermöglichen. Später versuchten reiche Schiffsbesitzer unter der Schirmherrschaft von Vasco da Gama  die Handelsrouten nach Indien gewinnbringend zu nutzen. Die Spieler schlüpfen in die Rolle solcher Schiffsbesitzer, heuern Matrosen und Kapitäne für ihre Schiffe an, ziehen Aufträge an Land und versuchen, mit Vasco da Gamas Hilfe, an Geld und Ruhm zu kommen. Doch nicht jeder Auftrag ist leicht zu meistern und will gut geplant sein, denn die Konkurrenz schläft nicht.

Vasco MaterialDer Spielplan unterteilt sich in 5 zentrale Bereiche, die für den Erfolg von großer Bedeutung sind.

Rekrutierung: Hier werden die Kapitäne und Matrosen angeheuert.

Projekte kaufen: Hier kann man Aufträge an Land ziehen.

Charaktere und Geld: 4 einflussreiche Persönlichkeiten wollen das Vorhaben unterstützen und Vasco da Gama stellt jede Runde Geld zur Verfügung.

Expedition: Hier werden die Schiffe zu Wasser gelassen und mit ausreichend Matrosen und einen Kapitän besetzt nach Indien geschickt.

Zahlenzone: Hier entscheidet sich, wer in welchem Bereich als erstes handeln wird und wie teuer einem das Vorrecht zu stehen kommt. Zahlensteine mit den Werten 1-20 gibt es  hier zur Auswahl.

Spielbeginn:

Aller Anfang ist schwer, und so versuchen die Spieler mit 4 Aktionsscheiben, einem Kapitän und 10 Reales (Geld) ausgerüstet, über 5 Runden die meisten Siegpunkte in Indien zu erwirtschaften.

Phase 1:  Platzieren der Aktionsscheiben :

Vasco EinsatzIn jedem der 4 Bereiche Rekrutierung, Projekte kaufen, Charaktere und Geld und Expedition gibt es eine begrenzte Anzahl von Einsetzfeldern für die Aktionsscheiben der Spieler. Will man in einem Bereich etwas machen, nimmt man eine  seiner Aktionsscheiben und einen Zahlenstein aus der Zahlenzone und legt beides aufeinander auf ein Einsetzfeld. Die Kosten für einen Zahlenstein sind unterschiedlich und werden durch Vasco da Gama Runde für Runde neu bestimmt. Zu Beginn der Runde wird ein Aktionsmarker auf das Feld gelegt, das als erstes eine kostenlose Aktion ermöglicht. Aber vor dem Ausführen der Aktionen werden die Preise angepasst und der Aktionsstein wird um bis zu drei Felder vor oder zurück bewegt. Während die hohe Zahlen meist kostenlos sind, können die niedrigen Zahlen, die  dazu berechtigen, früher an der Reihe zu sein, sehr teuer werden.

Phase 2: Aktionen ausführen

Nacheinander werden nun die Aktionen abgearbeitet. Die Aktion mit der niedrigsten Zahl wird als erstes ausgeführt. Jetzt zeigt sich, wer sich seine Reihenfolge für seine Aktionen gut überlegt hat (ohne Geld keine Aufträge, ohne Crew keine Expedition). Wer auf seine Aktion verzichtet, kann dafür auch Geld bekommen. Die Kosten für eine Aktion ergeben sich aus dem Abstand zum Aktionsstein, der die erste kostenlose Aktion ergibt – hat der Zahlstein eine niedrigere Zahl als der Aktionsmarker, muss die Differenz dazu in Reales bezahlt werden.

Im Bereich Rekrutierung kann man Matrosen anheuern. Je mehr unterschiedlich farbige Matrosen man kaufen will (falls vorhanden), desto teurer wird es. Auch der Preis für einen Kapitän ist an die gekauften Matrosen gekoppelt.

Vasco SchiffeJede Runde liegen im Bereich „Projekte kaufen“ neue Projekte aus, die gekauft werden können. Jeder Auftrag benötigt ein gewisse Anzahl unterschiedlich farbiger Matrosen und einen Kapitän. Er bringt einem Spieler bei erfolgreicher Expedition die aufgedruckten Siegpunkte (= Navigationswert) und evtl. den  Bonus, der auf dem Schiff aufgedruckt ist (Siegpunkte oder Reales).

Im Bereich Charaktere und Geld kann man sich das von Vasco da Gama Runde für Runde zur Verfügung gestellte Geld sichern oder sich die Gunst eines Charakters sichern, der einem im Spiel Vorteile bringt, wie z.B. eine zusätzliche Aktionsscheibe.

Im Bereich Expedition werden die Schiffe zu Wasser gelassen. Voraussetzung: Genügend Matrosen und ein Kapitän. Hat man dies, kann man das Schiff auf einer der Handelsrouten/Häfen  nach Indien stellen. Allerdings nur auf Felder (Werte von 4-11) , die dem Navigationswert  des Schiffes entsprechen. Der Spieler erhält die Siegpunkte entsprechend dem Wert auf dem Hafenfeld  sofort sowie den angezeigten kostenlosen Bonus zur sofortigen Verwendung.

Phase 3: Navigation

Nachdem alle Aktionen ausgeführt wurden, werden zuerst die Schiffe gewertet. Jedes Schiff bringt dem entsprechenden Spieler (erkennbar am Kapitän) den auf dem Schiff aufgedruckten Bonus (Siegpunkte oder Geld). Danach wird geschaut, ob ein Hafen komplett (= voll mit Schiffen besetzt) ist. Ist dies der Fall, bekommt jeder Kapitän den Siegpunktb0nus des Hafens (z.B. gibt es im Mosambik 2 Siegpunkte pro Schiff und in Kalkutta 5 Siegpunkte).

Danach fahren die Schiffe aus dem kompletten Hafen weiter in den nächst höher gelegenen Hafen. Sind dort keine Felder mehr frei oder wegen des niedrigen Navigationswert des Schiffes nicht mehr besetzbar, ist die Expedition des Schiffes beendet und der Kapitän des Schiffs kommt zum Besitzer zurück. Ist noch ein passendes Feld frei, geht die Expedition weiter und das Schiff kann in der nächsten Runde weitere  Siegpunkte bekommen.

Ist die Navigationsphase beendet und alle Schiffe wurden ausgewertet, beginnt eine neue Runde. Nach 5 Runden ist das Spiel beendet. Wer jetzt die meisten Siegpunkte hat, gewinnt.

SPIELGEFÜHL

„Vasco da Gama“ erinnert mich durch seinen Einsetzmechanismus ein wenig an „Caylus“. Man muss beachten, in welcher Reihenfolge man seine Aktionssteine in welchem Bereich einsetzt. Wer zuerst Matrosen kaufen will, das Geld dazu aber erst später bekommt oder auf Expedition gehen will, obwohl der Auftrag dazu erst mit dem nächsten Aktionsstein zu haben ist, hat seinen Zug nicht gut vorbereitet und muss auf die ein oder andere Aktion  zwangsweise verzichten. Normalerweise hat man diese Probleme aber im Griff. Weniger im Griff hat man den Gegner, der einem manchmal genau den Matrosen oder genau den Auftrag vor der Nase wegschnappt, den man fest eingeplant hat. Zu zweit ist dieses „Wegschnappen“ aber weniger stark ausgeprägt, da die möglichen Alternativen etwas großzügiger vorhanden sind.

Die Anzahl der Stellschrauben im Spiel sind, wenn ich den Vergleich mit „Caylus“ nochmal bemühen darf, weniger stark ausgeprägt, was dem Spiel aber nicht zwangsläufig schadet. Die Navigationsphase bringt genug Hirnschmalz zum rauchen: wie suche ich meine Aufträge aus und platziere meine Schiffe, so dass Sie mir möglichst lange erhalten bleiben und viele Siegpunkte bringen, ohne das der Aufwand dafür (Anzahl und Kosten für Matrosen…) zu hoch ist?

Vasco da Gama ist rundum ein sehr schönes Spiel. Das fängt beim Material an und hört bei der guten Spielregel auf. Der Navigationsmechanismus und das einsetzten der Aktionsscheiben über die Aktionssteine gefällt mir ausgesprochen gut. Das Spiel verläuft flüssig und bleibt bis zum Schluss spannend.

Dennoch reicht es in meinen Augen nicht an ein „Caylus“ heran, weil dazu die einzelnen Runden doch zu gleichförmig ablaufen und es  in den einzelnen Runden keine entscheidenden Entwicklungen/ Veränderungen gibt.

Spielübersicht Spieldetail

BEWERTUNG ZU ZWEIT

Schöne und teilweise neuartige Mechanismen greifen prima ineinander. Vor allem das “Steigern” auf die einzelnen Aktionsplätze und die Navigation der Schiffe funktioniert zu zweit sehr gut. Das Spiel fordert einen ohne zu überfordern. Die Regeln sind überschaubar und meist nach der 2. Partie verstanden. Die Spielzeit ist zu Zwei mit max. 60-80 Minuten in einem guten Rahmen. Wer Spiele wie „Caylus“ gerne spielt, ist hier bestens aufgehoben.

Pöppelbewertung 5

5  von 6 möglichen Pöppeln

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